Ölpreis-Verfall: Zähe Verhandlungen

Ölpreis-Verfall: Zähe Verhandlungen

, aktualisiert 04. April 2016, 14:10 Uhr
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Einer Einigung auf Produktionsobergrenzen ist derzeit nicht in Sicht.

Quelle:Handelsblatt Online

Die Ölpreise erholen sich nach wie vor nicht. Das hohe Angebot bleibt das Hauptthema am Rohstoffmarkt. Können sich die Förderländer auf eine Begrenzung des Angebots einigen?

DüsseldorfDie Ölpreise haben am Montag die Verluste aus dem frühen Handel teilweise wettgemacht. Nach der Talfahrt am vergangenen Freitag zeigten sich die Preise im Mittagshandel nur wenig verändert. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent zur Lieferung im Juni kostete 38,72 US-Dollar. Das waren fünf Cent mehr als vor dem Wochenende. Der Preis für ein Fass der US-Sorte West Texas Intermediate (WTI) zur Lieferung im Mai fiel um sechs Cent auf 36,73 Dollar. 

Auch wenn die Ölpreise vorerst nicht weiter fallen, bleibt das zu hohe Angebot das Hauptthema am Rohölmarkt. Die Aussichten auf eine baldige Produktionseingrenzung sind zuletzt gesunken. Das belastet seit Jahresbeginn die Ölpreise.

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Denn das wichtige Förderland Saudi-Arabien hatte Ende vergangener Woche klargestellt, seine Produktion nur zu begrenzen, falls der Iran und andere Förderer ebenso handelten. Der Iran hatte das aber zuvor vehement abgelehnt. Der saudi-arabische Vize-Kronprinz Mohammed Bin Salman signalisierte in einem Interview, dass sein Land das Angebot wieder erhöhen werde, sobald eine andere Nation beginnt mehr Öl zu fördern.

Am 17.April wollen sich wichtige Förderländer in Doha treffen, um zu einer Einigung zu kommen. Die iranische Ölminister kündigte an, an dem Treffen teilzunehmen, sofern er Zeit dafür finde.

Russlands Energieminister Alexander Novak kündigte am Montag an, sich im Vorfeld des Treffens mit seinen Kollegen aus Saudi Arabien treffen zu wollen. Bisher scheint sich die Rohstoffmacht Russland sich nicht an vereinbarte Produktionsobergrenzen gebunden zu fühlen. Tatsächlich förderte Russland im März so viel Öl wie zu Zeiten der Sowjetunion:

Nach Angaben des russischen Energieministerium stieg die russische Ölproduktion im März auf durchschnittlich 10,91 Millionen Barrel pro Tag. Die Commerzbank-Experten sehen hierin das höchste Niveau seit fast 30 Jahren. 

Nach den jüngsten Aussagen der Ölförderländer stehe hinter einer Einigung auf Produktionsobergrenzen bei dem Treffen wichtiger Förderländer in Doha "ein großes Fragezeichen", erklärten die Rohstoffexperten der Commerzbank.

„Die Märkte werden in den nächsten Wochen vor allem die Haltung Saudi-Arabiens genau beobachten“, sagt Ole Hansen, Rohstoffexperte der Saxo Bank.

Der Preis für Rohöl der Organisation Erdöl exportierender Länder (Opec) ist gestiegen. Das Opec-Sekretariat meldete am Montag, dass der Korbpreis am Freitag 34,47 US-Dollar betragen habe. Das waren 14 Cent mehr als am Donnerstag. Die Opec berechnet ihren Korbpreis auf Basis der 13 wichtigsten Sorten des Kartells.


Quelle:  Handelsblatt Online
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