Officefirst-Chef Michiel Jaski: „Der richtige Zeitpunkt für einen Börsengang“

Officefirst-Chef Michiel Jaski: „Der richtige Zeitpunkt für einen Börsengang“

, aktualisiert 19. September 2016, 11:21 Uhr
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2013 hat das Objekt die IVG in Schieflage gebracht. Heute ist es mit knapp 700 Millionen Euro Wert das Prunkstück im 3,3 Milliarden Euro schweren Officefirst-Portfolio. Kritiker befürchten darin ein Klumpenrisiko.

von Matthias StreitQuelle:Handelsblatt Online

Officefirst bringt ein reines Gewerbeimmobilienportfolio an die Börse. Im Interview erklärt Geschäftsführer Michiel Jaski, was Investoren von seinem Unternehmen erwarten können – und was er sich für 2017 erhofft.

FrankfurtEin Teil des einst größten börsennotierten Immobilienunternehmens IVG will wieder an den Kapitalmarkt. Die Tochtergesellschaft Officefirst hat ihre Pläne am Freitag bekannt gegeben. Angeführt wird das Unternehmen von Michiel Jaski. Der Niederländer wurde am 9. Mai als Geschäftsführer bestellt, und zwar mit dem klaren Auftrag, Officefirst und dessen Gewerbeimmobilienportfolio kapitalmarktfähig machen. Jetzt scheint Jaski kurz vor dem Ziel. Schon Mitte Oktober könnte der Börsengang perfekt sein. Doch dazwischen dürften anstrengende Wochen liegen: Auf Roadshow in Europa und den USA muss er um die Gunst der Investoren werben.

Warum haben Sie sich ausgerechnet jetzt für den Börsengang entschieden?
Dafür gibt es mehrere Gründe: Das Interesse von Investoren an deutschen Immobilien aktuell sehr hoch. Und zudem ist das Kapitalmarktumfeld derzeit gut für Börsengänge.

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Der Aktienmarkt ist im Moment aber auch schwierig wegen der relativ hohen Bewertungen und dem augenscheinlichen Einfluss der Notenbankentscheidungen. Beunruhigt Sie das?
Nein. Mit Blick auf unsere bisherigen Gespräche mit potenziellen Investoren erkennen wir aktuell den richtigen Zeitpunkt für den Schritt an die Börse.

Im letzten Jahr wurden Gewerbeimmobilien im Rekordwert von 56 Milliarden Euro verkauft. Dieses Jahr hängen die Verkäufe um ein Viertel hinterher.
Das ist aber kein Problem der Verkäufe, sondern liegt am knappen Angebot. Die Nachfrage ist weiterhin gut. Darüber mache ich mir keine Sorgen.

Ihnen lagen dem Vernehmen nach auch Kaufgebote für das Portfolio vor, unter anderem vom US-Finanzinvestor Blackstone. Warum haben Sie sich dagegen entschieden?
Dazu kann ich mich nicht äußern. Das ist Sache unserer Muttergesellschaft IVG. Für uns sieht der Weg zu einem Börsengang derzeit sehr gut aus.

Kommt der Börsengang schon Mitte Oktober?
Von der erklärten Absicht, an die Börse zu gehen, und deren Umsetzung vergehen üblicherweise mehrere Wochen. Unser Ziel ist es, vor Ende 2016 an der Frankfurter Börse zu notieren.

Wie viele Aktien werden denn ausgegeben und wie hoch ist das Emissionsvolumen?
Im Rahmen einer Kapitalerhöhung wollen wir Aktien im Volumen von etwa 450 Millionen Euro neu ausgeben. Hinzu kommen Aktien, die sich heute noch im Besitz unserer Muttergesellschaft IVG befinden.

Zu welchem Preis wird eine Officefirst-Aktie zu haben sein?
Das werden wir mit dem Börsenprospekt veröffentlichen.

Spekulieren Sie doch mal für uns.
Netter Versuch, hier müssen Sie sich aber noch etwas gedulden.

Investoren wollen Sie mit einer Dividende locken, die schon für das Jahr 2016 ausgeschüttet werden soll. Wie hoch wird diese je Aktie sein?
Für dieses Jahr wollen wir rund 50 Prozent des operativen Ergebnisses, dem FFO (das operative Ergebnis wird im Fachjargon alsFunds From Operation“ ausgewiesen, Anm. d. Red.), an die Aktionäre ausschütten. Für 2017 streben wir eine Quote von 65 bis 70 Prozent an. Welcher Betrag das je Anteilsschein sein wird, sehen wir dann.

Im April haben Sie für 40 Millionen Euro das Kontorhaus in Berlin erworben. Stehen weitere Zukäufe an?
In erster Linie wollen wir organisch wachsen und unser Portfolio effizienter machen. Aktuell haben wir im operativen Portfolio eine Vermietungsquote von 91,4 Prozent. Diese wollen wir bis Ende 2017 um ein bis zwei Prozent erhöhen. Wir streben insgesamt in diesem Zeitraum ein organisches Wachstum der Mieteinnahmen von zwei bis drei Prozent an.

Herr Jaski, vielen Dank für das Gespräch!

Quelle:  Handelsblatt Online
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