Online-Bezahlen: Fintech rettet Fintech

Online-Bezahlen: Fintech rettet Fintech

, aktualisiert 22. November 2016, 18:51 Uhr
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Die Mitarbeiter des Berliner Finanz-Start-ups Cookies wechseln zum Online-Bezahldienst Klarna. Der will expandieren - und rettet damit Cookies.

von Elisabeth AtzlerQuelle:Handelsblatt Online

Das Finanz-Start-up Cookies stand nach einem Insolvenzantrag vor dem Aus. Jetzt übernimmt der Online-Bezahldienst Klarna das Unternehmen – und damit eine App, die Zahlungen von Smartphone zu Smartphone ermöglicht.

Frankfurt Die Kommunikation war standesgemäß. Über soziale Medien, in diesem Fall die News-Plattform medium.com, teilten die beiden Finanztechnologiefirmen, kurz „Fintechs“, Cookies und Klarna eine kleine Überraschung mit: Der bereits etablierte Online-Bezahldienst Klarna übernimmt das kleine, gerade gescheiterte Finanz-Start-up Cookies aus Berlin - und rettet es damit.

„Wir sind froh, dass wir heute das Team hinter der Cookies-Bezahl-App bei Klarna begrüßen dürften“, teilte Klarna-Produktchef David Fock mit. Cookies habe eine tolle App für das Bezahlen von Smartphone zu Smartphone entwickelt. Die Talente dahinter würden im Dezember zu Klarna dazustoßen, so Fock.

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Zeitgleich zeigte Cookies-Co-Gründer Lamine Cheloufi sich sehr erleichtert: „Die letzten Nachrichten über Cookies waren nicht allzu erfreulich. Deswegen freue ich mich heute umso mehr, eine spannende Nachricht mitteilen zu können. Klarna, eines der erfolgreichsten europäischen FinTech-Unternehmen, übernimmt die Technologie sowie die Mitarbeiter von Cookies.“

Cookies hatte Ende Oktober einen Insolvenzantrag stellen müssen. Das Fintech, das zuletzt 17 Mitarbeiter hatte, scheiterte an einem Streit zwischen Cheloufi und Co-Gründer Garry Krugljakow, der die weitere Finanzierung des Start-ups ausbremste. Seit August bot Cookies eine App für das Bezahlen von Smartphone zu Smartphone an.


Schwer umkämpfter Markt für Handy-Zahlungen

Das ist ein Geschäft, das in Deutschland zwar noch wenig bekannt, aber schon hart umkämpft ist – weitere Start-ups und der Online-Bezahlriese Paypal drängen in den Markt. Auch die Sparkassen starten bald ein solches Angebot namens Kwitt.

In diesen Markt will nun offenbar auch Klarna. Das schwedische Unternehmen, das 1400 Mitarbeiter hat, ist seit 2010 in Deutschland aktiv. Seitdem haben hier mehr als 15 Millionen Kunden mit den Klarna-Zahlungsmöglichkeiten wie Rechnungen und Ratenkauf gezahlt. Zudem gehört auch das noch stärker genutzte Angebot Sofort-Überweisung zu Klarna. Klarna hatte die Firma Sofort im Jahr 2014 übernommen.

Details zur Übernahme von Cookies hat Klarna noch nicht bekannt gegeben. Cookies zufolge werden fast alle 17 seiner Mitarbeiter auch bei Klarna weitermachen. Wahrscheinlich geht es bei dem Geschäft auch weniger darum, dass die Schweden Geld an die Berliner zahlen, sondern vielmehr um die Chance für Cookies, überhaupt weiterzumachen. Cheloufi nannte es denn auch eine „einmalige Gelegenheit“.

Quelle:  Handelsblatt Online
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