Online-Bezahlsystem: Hamburger Versandkonzern Otto setzt auf Paydirekt

Online-Bezahlsystem: Hamburger Versandkonzern Otto setzt auf Paydirekt

, aktualisiert 26. Juli 2017, 12:02 Uhr
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Nach einem zähen Start gewinnt der Online-Bezahldienst Paydirekt wichtige Händler, um Bankkunden mehr Einkaufsmöglichkeiten im Internet zu bieten.

Quelle:Handelsblatt Online

Das Bezahlsystem Paydirekt der Banken und Sparkassen landet einen ersten großen Erfolg. Zum bislang überschaubaren Kundenkreis zählt jetzt mit dem Online-Händler Otto jetzt ein Branchenriese.

BerlinDas Online-Bezahlverfahren der deutschen Banken und Sparkassen, Paydirekt, kann einen Prestigeerfolg für sich verbuchen. Mit der Otto Group hat Paydirekt einen der größten deutschen E-Commerce-Händler für sich gewonnen. Als erstes Unternehmen der Otto Group wird der Online-Händler Otto das Zahlungssystem integrieren. Otto-Töchter wie Bonprix oder Heine könnten Paydirekt dann folgen. Paydirekt biete nicht nur höchste Sicherheitsstandards, Online-Käufe ließen sich auch „schnell und sehr einfach“ bezahlen, so Boris Jendruschewitz von der Otto Group.

Bislang konnte Paydirekt den hohen Erwartungen nicht gerecht werden. Der Onlinebezahldienst wurde vor knapp zwei Jahren mit dem Ziel gegründet, dem Branchenriesen Paypal Paroli zu bieten. Jahrelang erkannte die deutsche Kreditwirtschaft nicht den strategischen Wert eines einfachen, sicheren Bezahlsystems im Internet. Dabei steigt der Einkaufsumsatz im Internet stetig. Der Vorsprung Paypals vor Paydirekt ist sowohl bei Kunden als auch bei Händlern riesig.

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Vertreter der deutschen Kreditwirtschaft werten den Einstieg Ottos jetzt als Durchbruch. Bislang waren bei Paydirekt 1100 Händler registriert, in der Regel eher kleinere Adressen. Nur 45 dieser Onlineshops gehören nach Angaben des Kölner Handelsforschungsinstituts EHI zu den 1000 umsatzstärksten der E-Commerce-Branche. Zudem musste Paydirekt vor wenigen Wochen noch einen Rückschlag wegstecken, als der Online-Möbelhändler Reuter seinen Rückzug vom Zahlsystem ankündigte.

Doch mit Otto verzeichnet Paydirekt jetzt ein Schwergewicht, dessen Einbindung wohl seinen Preis hat. Nach Angaben von Finanzkreisen bezahlt Paydirekt einen hohen einstelligen Millionenbetrag an Otto für die Integration des entsprechenden IT-Systems.

Auch mit dem bedeutenden Kunden dürfte es für Paydirekt schwer werden, die selbst gesteckten Ziele bei den Endkunden zu erreichen. Derzeit sind es 1,2 Millionen, bis Jahresende sollen es sieben Millionen werden. Zum Vergleich: Paypal zählt in Deutschland 19 Millionen aktive Nutzer, die in 50.000 Onlineshops einkaufen können.

Quelle:  Handelsblatt Online
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