Online-Bezahlverfahren der Sparkassen : Besser spät als nie

Online-Bezahlverfahren der Sparkassen : Besser spät als nie

, aktualisiert 26. April 2016, 14:49 Uhr
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Zwei Tage lang trifft sich die Sparkassen-Finanzgruppe in Düsseldorf - auch um sich selbst zu feiern. Auf dem Deutschen Sparkassentag geht es auch um das Online-Bezahlverfahren Paydirekt. Das starten nun auch die Sparkassen.

von Elisabeth AtzlerQuelle:Handelsblatt Online

Die Sparkassen starten am Mittwoch das Online-Bezahlverfahren Paydirekt. Genossenschaftliche und private Banken bieten das längst an. Doch an anderer Stelle reagieren die Sparkassen schneller.

DüsseldorfAm Mittwoch startet der Deutsche Sparkassentag in Düsseldorf. Zwei Tage lang treffen sich rund 2500 Sparkassenvorstände, Landesbanker und Manager anderer Unternehmen der S-Finanzgruppe. Es soll eine Show der Stärke sein. Pünktlich dazu warten die Sparkassen mit einer Erfolgsmeldung auf: Ab Mittwoch können alle Sparkassen das neue Online-Bezahldienst Paydirekt anbieten. „Das ist ein ganz wichtiger Startschuss“, sagte Sparkassenpräsident Georg Fahrenschon am Dienstag.

Fahrenschon ist sich auch sicher, dass Paydirekt erst durch die Sparkassen, dem Marktführer bei deutschen Privatkunden, wirklich loslegen werde. Es werde nun „richtig Fahrt aufnehmen“, sagte der Sparkassenpräsident.

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Mit Paydirekt wollen die deutschen Banken dem US-Bezahldienst Paypal Paroli bieten. Allerdings ist die deutsche Finanzbranche reichlich spät mit ihrem Angebot gestartet. Kunden mehrerer privater Banken, darunter die Deutsche Bank, die Commerzbank und die Hypo-Vereinsbank, sowie die von genossenschaftlichen Banken können Paydirekt seit Ende vergangenen Jahres nutzen. Die Sparkassen schlossen sich – nach internen Unstimmigkeiten – erst später an.

Die Sparkassen wollen auch rasch den nächsten Schritt gehen. Bezahlen von Handy zu Handy soll ab Herbst möglich sein. Hier kooperieren die Sparkassen mit Volks- und Raiffeisenbanken.


Sparkassenpräsident fürchtet verstärkte Euro-Ablehnung

Bei der Digitalisierung des Bankgeschäfts den Anschluss nicht zu verlieren, gilt als eine der großen Herausforderungen für die 409 Sparkassen. Fahrenschon sieht hier zugleich eine „große Chance zur Kostenreduktion“. Denn ums Sparen kommen die Sparkassen nicht herum: Angesichts der niedrigen Zinsen stelle sich auch immer die Frage, wo man Kosten senken könne.

Der Minizins bereitet den Sparkassen große Sorgen – weil die Kreditinstitute künftig weniger verdienen werden und weil ihre Kunden darunter leiden. „Wenn Zins- und Zinseszinseffekt ausfallen, wird es immer schwieriger, sich ein finanzielles Polster zu schaffen und für das Alter vorzusorgen“, so Fahrenschon. „Der Niedrigzins ist mit voller Wucht in der Mitte der Gesellschaft angekommen.“

Fahrenschon fürchtet, dass die Zustimmung der Bevölkerung zum Euro und zu Europa sinke. Er wirbt für staatliche Sparanreize: „Der Staat sollte etwas von seinen Zinsersparnissen an die Geringverdiener abgeben.“ Deutschland kann sich derzeit extrem günstig refinanzieren. Der Sparkassenpräsident ist für eine Reform des Vermögensbildungsgesetzes, so dass es stärkere Zuschüsse für mehr Bürger gibt.

Auf das schwierige Umfeld reagieren die Sparkassen mit einer Straffung ihrer Strukturen. Es soll, grob gesagt, weniger Gremien geben, damit die Gruppe zu schnelleren Entscheidungen kommt – bisher ein Manko der öffentlich-rechtlichen Häuser. Herzstück der Reform ist, dass es künftig einen so genannten Hauptkoordinierungsausschuss mit rund 40 Mitgliedern gibt. Das neue Machtzentrum soll Entscheidungen über neue Projekte mit Verbindlichkeit für alle Unternehmen der Organisation treffen.

Quelle:  Handelsblatt Online
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