Online-Shopping und Mode: Neuer Umsatzturbo für Zalando

Online-Shopping und Mode: Neuer Umsatzturbo für Zalando

, aktualisiert 19. April 2016, 09:33 Uhr
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Der Internet-Versandhändler hat im ersten Quartal seinen Konzernumsatz kräftig gesteigert.

von Florian Kolf und Georg WeishauptQuelle:Handelsblatt Online

Zalando wird zum Marktplatz: Mit hunderten Shops von namhaften Bekleidungsherstellern hält der Online-Modehändler sein Wachstum hoch. Und macht den Rivalen Ebay und Amazon immer mehr gefährlich Konkurrenz.

DüsseldorfBei Zalando ist der Gewinn wieder etwas gesunken. Doch davon lässt der Modehändler sich die Stimmung nicht vermiesen. Denn genau wie es sich für Start-ups gehört, nimmt sich das Management des Berliner Unternehmens eigentlich nur bei einer Sache seinen Werbespruch zu Herzen und schreit vor Glück: Wenn der Umsatz steigt.

Vorläufigen Zahlen zufolge hat das Unternehmen im ersten Quartal 2016 den Konzernumsatz um 22,5 bis 24,5 Prozent gesteigert und rund 788 bis 801 Millionen Euro erlöst. „Zalando hatte einen guten Start in das Jahr. Nach den wie gewohnt ruhigen Osterfeiertagen am Ende des ersten Quartals 2016 haben wir an Fahrt aufgenommen“, sagt Vorstandsmitglied Rubin Ritter.

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Dass der Gewinn wohl deutlich unter den 29 Millionen Euro des ersten Quartals 2015 liegen wird, ist ihm keinen Kommentar wert. Erwartet wird ein Wert zwischen 12 und 28 Millionen Euro. Doch das scheint eher Nebensache. Für das Gesamtjahr kündigt Ritter erneut „starkes Wachstum“ an.

Und um den Umsatz weiter zu steigern, hat Zalando eine neue erfolgreiche Strategie. Mit virtuellen Flagship-Stores zahlreicher Modemarken wird es immer mehr zum Onlinemarktplatz - und macht damit Ebay oder Amazon mehr und mehr Konkurrenz.

Vor einem Jahr ist Zalando mit 100 Markenshops gestartet. Inzwischen sind es schon 1.500. Zalando will so noch mehr Marken und deren Umsatz an sich binden. „Wir rechnen damit, dass wir bis Ende des Jahres einen Großteil unserer restlichen 1.400 Modemarken davon überzeugt haben, einen Markenshop bei uns zu eröffnen“, sagte Christoph Lange, Vice President Brand Solutions bei Zalando, dem Handelsblatt.

Mit den Markenshops bietet das Berliner Unternehmen unter dem Zalando-Dach den Modelabels eigene Seiten, die sie selbst gestalten können und auf die sie einen direkten Zugriff haben. Zalando nennt es Flagship-Online-Store. „„Uns geht es um ein Einkaufserlebnis, das wir schaffen wollen: von der Inspiration über die Beantwortung konkreter Stylingfragen bis hin zu den Produkten, die der Kunde sucht“, beschreibt es Lange. Wenn sich die Kunden durchs allgemeine Angebot auf Zalando geklickt haben, sollen sie danach noch – so die Strategie – einzelne Markenshops besuchen.


Vernetzung der Logistik

Die Marken lesen sich wie das Who-is-who der Modewelt: So war beim Start beispielsweise das Jeanslabel G-Star dabei, seit März auch die Hamburger Freizeitmodemarke Tom Tailor. Der Vorteil für die Marken: Sie können sich einzeln präsentieren und hoffen so auf einen höheren Umsatz.

Vor allem große Unternehmen nutzen die Markenstores, um ihr Riesenangebot in kleinere Einheiten aufzuteilen. So kommt es auch, dass die mehr als 120 Marken insgesamt mehr als 1.500 Markenshops betreiben. Der Sportriese Adidas zum Beispiel bietet bei Zalando jeweils eigene Läden für seine Fußball- oder seine Laufschuhe an.

Auch sonst versucht das Unternehmen, mit den Modefirmen enger zusammen zu arbeiten, um im härteren Wettbewerb um Online-Kunden zu bestehen. Da Zalando nicht alle Kollektionen einer Modemarke in allen Größen auf Lager haben kann, vernetzt es seine Logistik mit denen der Modemarken. Diese können dann Teile, die im Zalando-Lager fehlen, direkt aus ihrem eigenen Lager an die Zalando-Kunden liefern.

In diesem sogenannten Partnerprogramm arbeitet das Unternehmen mit über 150 Modemarken und Einzelhändlern wie beispielsweise Outfitter zusammen. „Dadurch erreichen wir eine zusätzliche Sortimentserweiterung im kleinen zweistelligen Bereich“, sagt Lange.

Wieviel Umsatz konkret Zalando mit den neuen Markenshops erzielt, verrät Lange nicht. Er sagt nur, „dass der Anteil der Markenshops an unserem Umsatz wächst, ebenso wie der Umsatz in den einzelnen Markenshops.“ Damit sind die Chancen hoch, dass Rubin Ritter auch bei der Betrachtung der Ergebnisse im zweiten Quartal wieder vor Glück schreien kann.

Quelle:  Handelsblatt Online
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