Onlinebanken nach Brexit: „Schlimmer als Fukushima”

Onlinebanken nach Brexit: „Schlimmer als Fukushima”

, aktualisiert 24. Juni 2016, 17:50 Uhr
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Für viele Kunden der Onlinebanken bedeutete der Brexit lange Wartezeiten.

von Peter KöhlerQuelle:Handelsblatt Online

Der Brexit zwang die Onlinebanken in die Knie. Kunden konnten sich nicht einloggen, Aufträge standen still. Selbst die Naturkatastrophe von Fukushima hätte weniger Schaden verursacht, sind sich Banken-Sprecher einig.

FrankfurtZu den ersten Opfern des Brexit zählten am Freitagmorgen die Direktbanken. Als sich der Dax auf Talfahrt befand, gingen auch einige Onlinebanken in die Knie, viele Kunden konnten sich entweder nicht einloggen oder ihre Aufträge wurden nicht abgewickelt.

Besonders hart traf es die Consorsbank, die auf der Homepage einräumte, dass man „aufgrund der aktuellen Marktsituation mit außergewöhnlichen Lastproblemen“ konfrontiert sei. Ein Sprecher räumte auf Anfrage ein, dass es Probleme mit der Weiterverarbeitung der Aufträge gegeben habe, das Login auf der Startseite sei vorübergehend deaktiviert worden, um die Last zu reduzieren.

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Man habe einen Ansturm wir noch nie erlebt, die früheren Rekorde bei den Orders nach der Reaktorkatastrophe von Fukushima seien übertroffen worden. An einem normalen Handelstag wickele man bis zu 30.000 Aufträge ab, am Freitagmorgen waren es innerhalb von zwei Stunden schon 100.000 Transaktionen. Glück hatte derjenige, der über die App von Consors handelte, diese war laut dem Sprecher dauerhaft verfügbar.

Auch bei der DAB Bank war heute ein All Time High bei den Aufträgen verzeichnet worden – und dabei hatte die Wall Street noch gar nicht eröffnet, was meistens nochmals Tausende von Trades bedeutet. Zwischen 9 und 10 Uhr sei es zu Verzögerungen gekommen, einige Kunden seien „nicht auf Anhieb“ in ihr Depot gekommen, hieß es.

Für die Anleger ist es mehr als ärgerlich, wenn sie ihre Aktien oder andere Wertpapiere nicht verkaufen können, aber auch günstige Einstiegskurse können sie dann nicht nutzen. In den sozialen Netzen waren die Probleme der Onlinebanken ein heißes Thema. Dann, wenn man sich auf die virtuellen Broker verlassen müsse, funktionierten sie nicht, war der Tenor.

Aber es gab auch positive Beispiele. Bei der Comdirect Bank hatte man sich auf den „Tag danach“ vorbereitet und beispielsweise die Telefonmannschaft zur Beratung um 20 Prozent aufgestockt. „Wir hatten keine Ausfälle, obwohl es deutlich schlimmer war als nach Fukushima“, erklärte ein Sprecher.

Über mögliche Entschädigungen wollten sich die Banken nicht äußern. Es hieß lediglich, man werde sich jeden Fall einzeln ansehen, um sich ein Urteil zu bilden. Nachmittags standen auch bei Consors wieder alle Systeme zur Verfügung. Aber so richtig rund lief es noch nicht, denn auf der Homepage war zu lesen: „Leider kann es aufgrund der Marktsituation dennoch zeitweise zu Beeinträchtigungen im Konto-/Depotzugang kommen.

Quelle:  Handelsblatt Online
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