Onlinehandel: Ebay-Deutschland verliert Chef und Umsatz

Onlinehandel: Ebay-Deutschland verliert Chef und Umsatz

, aktualisiert 21. April 2016, 17:04 Uhr
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Das Internet-Auktionshaus gerät unter Druck.

von Florian KolfQuelle:Handelsblatt Online

Der scharfe Wettbewerb setzt dem Onlinemarktplatz Ebay in Deutschland zu. Wie das Handelsblatt exklusiv herausgefunden hat, nimmt ihm die Konkurrenz deutlich Umsatz ab. Nun geht auch noch der langjährige Chef.

DüsseldorfDer Onlinemarktplatz Ebay muss in Deutschland den nächsten Rückschlag verkraften. Deutschlandchef Stephan Zoll verlässt das Unternehmen. Er wechselt in den Vorstand eines großen Handelsunternehmens in den USA. Den genauen Namen seines neuen Arbeitgebers nennt er noch nicht. Der Führungswechsel erfolgt sofort, Zoll bleibt aber noch bis Ende Mai im Unternehmen, um den Übergang zu begleiten. Zoll hatte fünf Jahre das deutsche Geschäft geleitet.

Sein Nachfolger wird Stefan Wenzel, bisher Senior Director Ebay Fashion und Geschäftsführer des zu eBay gehörenden Online-Shopping-Clubs brands4friends. Neue Geschäftsführerin von brands4friends wird Gülfem Toygar, die seit 2014 bei Ebay Deutschland ist und zuvor den zu eBay gehörenden Online-Marktplatz GittiGidiyor in der Türkei leitete.

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Der Wechsel geschieht in einer sehr kritischen Phase für das Unternehmen. Denn wie bisher nicht öffentlich bekannt ist, ist im vergangenen Jahr der Ebay-Umsatz in Deutschland erstmals zurückgegangen. Wie Dokumente zeigen, die das Unternehmen an die US-Börsenaufsicht geschickt hat, lag er nur noch bei 1,310 Milliarden Dollar, nach 1,511 Milliarden Dollar im Jahr zuvor. Weitere Zahlen für den deutschen Markt gibt Ebay nicht bekannt.

Im Juli hatte das Unternehmen den Zahlungsdienstleister Paypal abgespalten, der mit seinem stürmischen Wachstum zuvor die schwache Entwicklung im Kerngeschäft überdeckt hatte. Die Tochter, die über Jahre der Wachstumstreiber war, wurde als eigenständige Gesellschaft an die Börse gebracht.

Auch im weltweiten Geschäft zeigte das Unternehmen nun Schwächen: So stagnierte der Umsatz im vierten Quartal, der Überschuss sank verglichen mit dem Vorjahreswert um mehr als die Hälfte auf 477 Millionen Dollar (437 Millionen Euro).


Kann der Umsatzrückgang gestoppt werden?

Gerade erst hat Ebay in Deutschland seinen Abo-Dienst Ebay Plus gestartet, um eine Antwort auf das sehr erfolgreiche Abo-Modell Prime des Marktführers Amazon zu haben. „Ich bin überzeugt davon, dass die umfassende Expertise von Stefan Wenzel dazu beitragen wird, das Geschäft von eBay in Deutschland weiter zu stärken und auszubauen“, sagt sein Vorgänger Zoll.

Doch ob der Umsatzrückgang gestoppt werden kann, ist offen. Denn der Wettbewerb der Onlinemarktplätze in Deutschland wird immer härter. Nicht nur Amazon nimmt Ebay Umsatz ab. Auch der Modehändler Zalando entwickelt sich immer mehr zum Marktplatz. Mittlerweile haben Markenhersteller über tausend Shops auf der Zalando-Plattform eingerichtet.

Zum stärkeren Wettbewerber dürfte sich auch der kleinere Marktplatz Hitmeister entwickeln. Er wurde gerade erst von der Handelskette Real übernommen, die mit dem Zukauf ihr Onlinegeschäft masiv ausbauen möchte.

Quelle:  Handelsblatt Online
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