Otto-Gruppe erhält neuen Chef: Michael Otto beschleunigt den Kulturwandel

Otto-Gruppe erhält neuen Chef: Michael Otto beschleunigt den Kulturwandel

, aktualisiert 17. Mai 2016, 14:02 Uhr
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Der Aufsichtsratsvorsitzende der Otto Group kürt einen Nachfolger aus dem eigenen Haus.

Quelle:Handelsblatt Online

Die Hamburger Otto Group ist gleichzeitig Weltkonzern und Familienunternehmen. Haupteigner und Aufsichtsratschef Michael Otto will den digitalen Wandel der Gruppe beschleunigen – und präsentiert dazu einen neuen Chef.

HamburgDie Otto-Gruppe bekommt einen neuen Chef: Alexander Birken soll Hans-Otto Schrader zum Jahreswechsel nachfolgen. Das teilte die Otto-Gruppe am Dienstag mit. „Herr Birken bringt eine breite Kenntnis des Konzerns mit “, sagte Aufsichtsratschef Michael Otto in einem Interview mit dem Handelsblatt. „Im gesamten Konzern müssen wir den Kulturwandel vorantreiben – und noch schneller werden“.

Birken ist als Konzernvorstand Multichannel mit Schwerpunkt Distanzhandel schon bislang für rund die Hälfte des zwölf Milliarden Euro starken Konzernumsatzes zuständig. Zudem leitet der 51-Jährige die wichtigste Konzerngesellschaft Otto.de.

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Schrader war neun Jahre lang Vorstandschef der Otto-Gruppe. Er hatte zuletzt mehrfach angedeutet, möglicherweise über die interne Altersgrenze von 60 Jahren hinaus Vorstandschef bleiben zu wollen. Schrader gehe jedoch auf eigenen Wunsch, betonte Otto. Zugleich sei der Chefwechsel auch ein Generationswechsel, der den Wandel zum Digitalkonzern weiter beschleunigen könne.

Die Hamburger Otto-Gruppe ist nach dem Zweiten Weltkrieg als Versandhändler entstanden und seitdem stetig gewachsen. Im Geschäftsjahr 2014/15 ist die Gruppe erstmals tief in die roten Zahlen gerutscht. Ein Minus von 196 Millionen Euro stand unter dem Strich bei einem Umsatz von gut zwölf Milliarden Euro. Gründe waren die Krise in Russland, wo Otto einer der stärksten E-Commerce-Anbieter ist, Probleme bei einer französischen Online-Tochter sowie eine schwierige IT-Umstellung bei Sport Scheck.

Das wirft ein Schlaglicht auf die verzweigte Gruppe: Neben Otto.de umfasst sie etwa den Billigmodehändler Bonprix, den Edel-Händler Manufactum, die Hanseatic-Bank, den Hermes-Versand und IT-Firmen wie den Analyse-Software-Anbieter Blue Yonder. Die Gruppe ist zudem an den Start-up-Fonds E-Ventures und Project A beteiligt. Im abgelaufenen Geschäftsjahr wuchs der Umsatz um gut vier Prozent auf über 12,5 Milliarden Euro.

Die Personalie verhilft Bonprix-Chef Marcus Ackermann zum Aufstieg in den Gruppenvorstand. Der 50-Jährige folgt Birken nach. Michael Otto hat seine Unternehmensgruppe in den vergangenen Jahren für die Zukunft gesichert: Seine Mehrheitsanteile liegen seit etwa zwei Jahren bei einer gemeinnützigen Stiftung, welche die Unabhängigkeit gewährleisten soll.

Quelle:  Handelsblatt Online
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