Paydirekt : Ein neuer Versuch – wieder ohne die Sparkassen

Paydirekt : Ein neuer Versuch – wieder ohne die Sparkassen

, aktualisiert 11. Juli 2017, 20:43 Uhr
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Der Online-Bezahldienst der deutschen Banken startet eine neue Funktion: das Geld versenden per Smartphone. Die Konkurrenz ist allerdings groß. Es gibt bereits mehrere solcher Angebote.

von Elisabeth AtzlerQuelle:Handelsblatt Online

Über den Onlinebezahldienst der deutschen Banken kann man jetzt auch Geld per Smartphone senden. Die Sparkassen aber haben diese Funktion längst in der eigenen App - mit Erfolg.

Frankfurt Paydirekt, der Onlinebezahldienst der deutschen Banken, hat ein neues Angebot gestartet. Wer die Paydirekt-App auf seinem Smartphone installiert hat, kann damit Geld an seine Handykontakte schicken. Ausprobieren können das bereits Kunden der Commerzbank und ihrer Tochter Comdirect, der Deutschen Bank und ihrer Tochter Postbank, der HypoVereinsbank und der Oldenburgischen Landesbank. Für Kunden von Volks- und Raiffeisenbanken soll das bald möglich sein.

Für Paydirekt könnte die neue Funktion eine Chance sein, die Bekanntheit zu steigern. Denn bisher lahmt das Gemeinschaftsunternehmen der deutschen Banken, das Ende 2015 losgelegt hat. Es hat kaum bekannte Onlinehändler angebunden, und zuletzt haben sich auch nicht mehr so viele Verbraucher neu registriert, insgesamt sind es bisher rund 1,2 Millionen, wie die Genossenschaftsbanken, die neben privaten Banken und Sparkassen bei dem Projekt dabei sind, zuletzt angaben.

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Mit Paydirekt wollen die deutschen Geldhäuser dem US-Konkurrenten Paypal Paroli bieten und sich im wachsenden E-Commerce-Markt behaupten. Paypal kommt in Deutschland auf fast 19 Millionen aktive Nutzer.

Doch das Handy-zu-Handy-Zahlen von Paydirekt muss vorerst ohne den Marktführer Sparkassen auskommen. Die haben längst ein eigenes Angebot namens „Kwitt“, das Teil der üblichen Sparkassen-App ist. Und Kwitt läuft mit Erfolg. 490.000 Kunden haben sich seit November dafür registriert.


Etliche Fintechs sind bereits am Markt

Schon beim Marktstart von Paydirekt waren die Sparkassen nicht gleich mitgezogen, sondern erst ein knappes halbes Jahr später. Immerhin: Sie schließen nicht aus, dass sie Kwitt künftig mit dem Paydirekt-System vereinbaren. Man habe im Sinne der Kunden das Ziel, dass beide Systeme kompatibel seien, sagt ein Sprecher des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes. „Das prüfen wir derzeit.“

Allerdings muss Paydirekt nicht nur die Sparkassen überzeugen, sondern auch alle Kunden, die die App noch nicht heruntergeladen haben. Wer Geld empfangen will, kann das nicht einfach in einem Link, den er per SMS oder E-Mail bekommen hat, bestätigen. Man muss zumindest die Paydirekt-App herunterladen und dort einen Code, seine Kontonummer IBAN und seinen Namen eingeben.

Zudem ist die Konkurrenz groß. Es gibt bereits mehrere junge Finanz-Start-ups, auch Fintechs genannt, mit Apps für Handy-zu-Handy-Zahlungen. Die App des Fintechs Lendstar wurde bereits 120.000 Mal heruntergeladen.

Wettbewerber Cringle hat nach eigenen Angaben 75.000 Nutzer und zählt mehr als 10.000 Transaktionen im Monat. Tabbt gibt eine fünfstellige Nutzerzahl an, ohne konkreter zu werden. Und Paypal hat ebenfalls eine Geld-senden-Funktion in seiner App, nennt allerdings für Deutschland keine Nutzerzahlen.

Quelle:  Handelsblatt Online
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