PBB: Pfandbriefbank versucht es als Dividenden-Hit

PBB: Pfandbriefbank versucht es als Dividenden-Hit

, aktualisiert 02. März 2016, 11:20 Uhr
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Die Pfandbriefbank gehörte lange dem Bund, mittlerweile ist sie an die Börse entlassen worden.

von Kerstin LeitelQuelle:Handelsblatt Online

Die fiktive 08/15-Bank wirbt mit Fähnchen. Der Börsenneuling PBB – ein Abkömmling der einstigen Krisenbank Hypo Real Estate – hat ein anderes Lockmittel: eine üppige Dividende. Dennoch ist die nur ein Trostpflaster.

MünchenMit einer saftigen Dividende belohnt die PBB ihre neuen Aktionäre für ihre Geduld: Für das vergangene Geschäftsjahr sollen 0,43 Euro je Aktie als Gewinnbeteiligung ausgeschüttet werden – das entspricht einer Dividendenrendite von rund sieben Prozent.

Das Zuckerl dürfte die Aktionäre freuen, die zuletzt nicht viel zu lachen hatten. Denn die Aktie hatte deutliche Kursverluste verbucht. Vergangenen Sommer war die PBB-Aktie in den Handel gegangen, zu einem Preis von 10,75 Euro je Aktie. Am Vorabend war das Papier aber schon für 8,60 Euro zu haben – ein Minus von zwanzig Prozent. „Wir konnten uns dem allgemeinen negativen Markttrend nicht entziehen“, sagte PBB-Co-Chef Andreas Arndt dazu bei der Jahrespressekonferenz in München.

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Die Pfandbriefbank – die vor allem gewerbliche Immobilienfinanzierungen und öffentliche Investitionsprojekte in Europa finanziert - hatte 2015 mit einem Gewinn von 195 Millionen Euro vor Steuern das beste Jahresergebnis seit dem Neustart im Jahr 2009 erzielt. Damals war die PBB aus der Immobilienbank Hypo Real Estate herausgelöst worden, die in der Finanzkrise vor dem Aus gestanden hatte und mit staatlichen Hilfen von zeitweise mehr als 100 Milliarden Euro gerettet wurde.

Im Zuge dessen hatte die EU die Abspaltung gefordert, die in den Börsengang im vergangenen Sommer mündete. Nach Steuern belief sich das Ergebnis der PBB auf 230 Millionen Euro. Das Neugeschäftsvolumen stieg auf 12 Milliarden Euro. An der Börse kamen die Neuigkeiten gut an - die Aktie legte kräftig zu.


Investitionen mit langem Schatten: Heta-Papiere

Trotz Zahlen und Börsengang machte die PBB zuletzt vor allem mit einer alten Investition Schlagzeilen: Auch die Pfandbriefbank hat Papiere der Heta in ihren Büchern, die für deutliche Verluste in der Bilanz sorgten.

Viele Banken und Versicherungen hatten in der Vergangenheit Papiere der Hypo Alpe Adria gekauft, weil sie mit einer Ausfallbürgschaft des Bundeslandes Kärnten versehen waren und daher als besonders sicher galten. Doch seit einem Moratorium vor einem Jahr streiten sich Gläubiger und Schuldner. Die Gläubiger fordern ihr Geld zurück, auf Seiten Österreichs sperrt man sich mit Verweis auf das Moratorium.

Seit einigen Wochen liegt ein Kompromissvorschlag auf dem Tisch: Heta will Geld zurückzahlen – aber nur 75 Prozent der ausstehenden Gelder. Das Angebot gilt bis zum 11. März. Viele Investoren – darunter die PBB – lehnen das jedoch ab. Sie schlugen stattdessen vor, die Rückzahlungen zu strecken.

Am Dienstagabend dann die Überraschung: Österreich legt nach. Jeder Gläubiger, der das bis 11. März laufende Angebot der Heta für einen Schuldenschnitt annimmt, darf im Nachgang mit einer Art Zuschlag rechnen. Jeder Gläubiger, der den früher vorgeschlagenen Schuldenschnitt mitmacht, darf sich von diesen Erlösen eine Anleihe der Republik Österreich kaufen, die nach 18 Jahren zu 100 Prozent zurückbezahlt wird.

Zinsen würden die Gläubiger während der Laufzeit dieser Anleihe allerdings nicht erhalten. Es handle sich dabei um eine Nullzinsanleihe, erläuterte Österreichs Finanzminister Hans Jörg Schelling . Er habe sich mit wichtigen Gläubigern getroffen und über dieses Angebot geredet. Deren Reaktion steht aber noch aus.

Quelle:  Handelsblatt Online
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