Peter Praet: „Leitzinsrisiken für das Bankenwesen noch nicht erfasst“

Peter Praet: „Leitzinsrisiken für das Bankenwesen noch nicht erfasst“

, aktualisiert 17. Mai 2016, 17:17 Uhr
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„Leitzinsrisiken für das Bankenwesen werden vom regulatorischen Umfeld noch nicht erfasst und sollten doch im gegenwärtigen Kontext Priorität haben.“

Quelle:Handelsblatt Online

Für EZB-Chefvolkswirt Peter Praet hat die Überprüfung der vom Nullzins ausgehenden Gefahren für die Banken Priorität. Zudem mahnte er weitere Zusammenschlüsse von Geldhäusern an, um deren Kostenbelastung zu drücken.

FrankfurtDie vom Nullzins ausgehenden Gefahren für die Banken sind nach Ansicht von EZB-Chefvolkswirt Peter Praet ein Fall für die Aufsicht. "Leitzinsrisiken für das Bankenwesen werden vom regulatorischen Umfeld noch nicht erfasst und sollten doch im gegenwärtigen Kontext Priorität haben", forderte der EZB-Direktor am Dienstag auf einer Finanzkonferenz in Brüssel. Die Europäische Zentralbank ist seit Herbst 2014 direkt für die Aufsicht der größten Banken im Euro-Raum zuständig. Inzwischen überwacht sie 129 Institute.

Zudem mahnte Praet weitere Zusammenschlüsse von Geldhäusern an. Diese seien hilfreich, um deren Kostenbelastung zu drücken und zugleich die Ertragslage zu verbessern. Letztlich seien "echte pan-europäische Banken" gefragt. Die deutsche Finanzbranche beklagt seit längerem, dass es durch das vom EZB-Rat geschaffene Nullzinsumfeld zunehmend schwieriger wird, im klassischen Kreditgeschäft ausreichende Erträge zu erzielen.

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Bei der Aufsicht über die kleineren Institute haben die nationalen Behörden der Länder den Hut auf, die dabei eng mit der EZB zusammenarbeiten. Auch Bundesbankvorstand Andreas Dombret, der unter anderem für die Aufsicht über die Geldhäuser zuständig ist, hat Sorge über die schwache Gewinnsituation der Banken geäußert. Die Niedrigzinsen seien in dem sehr auf dem Kreditgeschäft basierenden europäischen Bankenmarkt ein "gravierendes Problem".

Quelle:  Handelsblatt Online
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