McKinsey-Studie Klimaschutz wird Europa 1,1 Billionen Euro kosten

Die Anfang März in Brüssel beschlossenen Klimaschutzziele könnten einer Studie zu Folge in den EU-Mitgliedsstaaten immense Kosten verursachen: In den nächsten 14 Jahren müssten die EU-Mitgliedsländer bis zu 1,1 Billionen Euro für den Klimaschutz lockermachen.

Unter Berufung auf eine Untersuchung der Unternehmensberatung McKinsey berichtet die Tageszeitung „Die Welt“ von Gesamtkosten zwischen 800 Milliarden und 1,1 Billionen Euro bis zum Jahr 2020. Die EU-Staats- und Regierungschefs hatten am 9. März beschlossen, den Ausstoß des Treibhausgases Kohlendioxid bis 2020 um 20 Prozent zu reduzieren.

Über Kosten oder konkrete Maßnahmen, wie dieses Ziel erreicht werden soll, legte sich die Gipfelrunde allerdings nicht fest. Die McKinsey-Studie listet dem Bericht zufolge detailliert die Kosten und Potenziale aller weltweit verfügbaren Klimaschutz-Techniken auf und zeigt den Aufwand, der mit dem Erreichen der Klimaschutzziele verbunden ist: „Wir rechnen bei einem ausgewogenen, sinnvollen Einsatz der günstigsten verfügbaren Umweltschutz-Technologien mit jährlichen Kosten von 60 bis 80 Milliarden Euro für die EU-25 bis zum Jahr 2020“, wird der McKinsey-Experte für Energie zitiert, Thomas Vahlenkamp.

Aufaddiert ergebe sich eine Gesamtsumme von bis zu 1,1 Billionen Euro über die nächsten 14 Jahre. Der Experte rät der Politik dem Bericht zufolge, kostengünstigere Methoden der Kohlendioxid-Einsparung mit höheren Fördermitteln zu bedenken, wie etwa die Gebäudesanierung. Dabei gebe es „viele sogar völlig kostenlose Möglichkeiten Kohlendioxid einzusparen, die weder unseren Lebensstil noch unseren Komfort negativ beeinflussen würden“, wird Vahlenkamp zitiert.

Die Führungsspitzen aus Wirtschaft, Politik und Verwaltung erwarten dagegen laut einer Umfrage von einem weiteren Ausbau des Klimaschutzes keine negativen Auswirkungen auf die heimische Konjunktur. Unter Berufung auf die Umfrage unter 646 Führungspersönlichkeiten schreibt das Wirtschaftsmagazin „Capital“, 80 Prozent hielten die Unternehmen für flexibel genug, auch auf strengere Auflagen zu reagieren.

Nur 17 Prozent der Elite glauben demnach, die Wirtschaft werde überfordert. Große Zuversicht herrscht laut der Umfrage auch in den Chef-Etagen der Firmen: Drei Viertel der Top-Manager urteilten, die Unternehmen könnten einen verschärften Klimaschutz ohne Nachteile verkraften, schreibt das Magazin.

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