Umfrage Soziale Marktwirtschaft verliert rasant an Zustimmung
07.06.2008 15 Kommentare 4,6 (21) Legende- Druckversion
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Die Mehrheit der Deutschen hat ihren Glauben an die Soziale Marktwirtschaft, deren 60. Geburtstag am kommenden Donnerstag im Bundeswirtschaftsministerium offiziell gefeiert wird, verloren.
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Transparent der Initiative für Soziale Marktwirtschaft in Berlin
AP
Zu diesem Ergebnis kommt eine bisher unveröffentlichte aktuelle Umfrage des Institutes Allensbach im Auftrag der Bertelsmann-Stiftung, die der WirtschaftsWoche vorliegt. Danach haben 38 Prozent der Befragten „keine gute Meinung“ von der deutschen Wirtschaftsordnung – und nur noch 31 Prozent „eine gute Meinung“. Noch zu Jahresbeginn hatten sich 39 Prozent der Befragten optimistisch über die Soziale Marktwirtschaft geäußert (Pessimisten: 27 Prozent). Besonders hoch ist der Meinungsverfall in Westdeutschland. Zum ersten Mal haben mehr Menschen (35 Prozent) eine schlechte als eine gute Meinung (34 Prozent) von ihrer Wirtschaftsordnung.
Frage der Woche 24/2008
0 (0) Legende- Ja, Märkte können die Wirtschaft besser steuern als der Staat, die Umverteilung über das Steuersystem und die Sozialsysteme sorgen für ausreichenden sozialen Ausgleich
- 25,96%
- Nein, in der Wirtschaft regiert nur noch der Markt, der soziale Ausgleich ist auf der Strecke geblieben
- 49,73%
- Nein, unter dem Vorwand des sozialen Ausgleichs kommt die Freiheit der Märkte nicht mehr zum Tragen
- 24,32%
Frage der Woche:
Die Soziale Marktwirtschaft feiert ihren 60. Geburtstag. Der Vorteil dieses Wirtschaftsmodells lag für Ludwig Erhard darin, freiheitliche Märkte mit sozialem Ausgleich in Einklang zu bringen. Vertrauen Sie diesem Konzept noch?
Abgegebene Stimmen: 913
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Auch sind laut Allensbach-Chefin Renate Köcher nur 26 Prozent der Bevölkerung überzeugt, dass die gute Konjunktur wenigstens für die nächsten sechs Monate andauern wird. Anders als in früheren Aufschwungphasen, so die Geschäftsführerin des Instituts für Demoskopie Allensbach in der WirtschaftsWoche, „ist auch das Sicherheitsgefühl der Bevölkerung bisher nicht gewachsen“. Im Gegenteil: 40 Prozent der Deutschen zweifeln, ob die soziale Marktwirtschaft im Zeitalter der Globalisierung noch zeitgemäß ist, weitere 35 Prozent sind in dieser Frage unsicher. Nur 25 Prozent halten die Marktwirtschaft auch im heutigen Umfeld noch für zeitgemäß. Eine Alternative zur marktwirtschaftlichen Ordnung sieht allerdings mit 14 Prozent auch nur eine kleine Minderheit. Und knapp die Hälfte der gesamten deutschen Bevölkerung traut sich kein Urteil zu, ob die Marktwirtschaft das beste System ist oder eine andere Marktordnung.
Bundeswirtschaftsminister Michael Glos, CSU, verteidigte das Modell der sozialen Marktwirtschaft allerdings. „Ohne die Überzeugung, dass freie Märkte und nicht staatliche Dekrete die Kräfte unseres Landes am besten zur Entfaltung bringen, hätten wir diesen historisch einmaligen Aufstieg wohl nie geschafft“, sagte Glos der WirtschaftsWoche.
Als Geburtsstunde der sozialen Marktwirtschaft gilt die Einführung der D-Mark am 20. Juni 1948 und die damit verbundene Aufhebung der staatlichen Preisbindung.
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