
BERLIN. Die Bundesregierung will auch künftig jährlich rund 400 Millionen Euro in die Erforschung der Nanotechnologie stecken. Diese Summe ist nach erheblichen Steigerungen 2010 erstmals erreicht worden - 2006 war es nicht einmal halb so viel. Zugleich sollen aber auch die Risiken der umstrittenen Technologie stärker erforscht und die Aufklärung der Bürger intensiviert werden. Das sieht der "Aktionsplan Nanotechnologie 2015" vor, den das Kabinett gestern verabschiedete. Mit diesem ressortübergreifenden Konzept wolle man "die Chancen der Nanotechnologie verantwortungsvoll nutzen", sagte Bundesforschungsministerin Annette Schavan (CDU).
Der Forschungszweig widmet sich winzigen Partikeln; ein Nanometer entspricht einem Millionstel Millimeter. Schavan verwies auf erfolgreiche Anwendungen in der Krebstherapie, der Trinkwasseraufbereitung, in Windkraftanlagen oder beim Korrosionsschutz. Allerdings gibt es auch Befürchtungen, dass die winzigen Teilchen dem menschlichen Körper schaden könnten. Nach der Sommerpause soll eine Gruppe von Instituten ihren Bericht über Risiken für Verbraucher und Umwelt vorlegen, den das Umweltministerium 2007 in Auftrag gegeben hatte. Beteiligt sind die Bundesanstalt für Arbeitsschutz, das Bundesinstitut für Risikobewertung, das Bundesumweltamt, die Physikalisch-Technische Bundesanstalt sowie die Bundesanstalt für Materialforschung.
Der gestern verabschiedete Aktionsplan fasst erstmals alle Nano-Aktivitäten des Bundes zusammen. Hauptfelder sind Gesundheit, Umwelt- und Klimaschutz, Energieversorgung, umweltfreundliche und energiesparende Mobilität sowie eine nachhaltige Landwirtschaft. Der Verband der Chemischen Industrie (VCI) lobte das Konzept als hilfreich, um in dem Forschungszweig Deutschlands Spitzenposition innerhalb Europas auszubauen. Eigene Nano-Vorschriften und spezielle Kennzeichnungspflichten lehnt der Verband jedoch ab.














