
HB DAMADOLA/ISLAMABAD. "Zum ersten Mal seit 1947 weht die Fahne Pakistans", sagte der Regionalkommandeur Generalmajor Tariq Khan am Dienstag in dem Dorf Damadola. Der Ort ist nach zwei Jahre langen Gefechten weitgehend zerstört. In der größten Stadt der Region, Khar, feierten Milizen den Sieg, schlugen auf Trommeln und skandierten "Lang lebe Pakistan". In der Umgebung zeugten 150 in die Berge gegrabene Höhlen von der Entschlossenheit der Taliban, das Gebiet zu verteidigen.
Allerdings sind Khan zufolge wie zuvor in ähnlichen Situationen viele Islamisten nach Afghanistan geflohen. "Ich würde grob schätzen, dass etwa 25 Prozent über die Grenze geflüchtet sein müssten", sagte er. Weitere zehn bis 15 Prozent könnten sich unter die Bevölkerung des Swat-Tals gemischt haben.
Eine große Zahl sei getötet worden. Genaue Zahlen gebe es nicht, sagte Khan. "Sie können bislang ja nicht einmal Osama bin Laden finden."
In der Region Bajaur soll sich zeitweise auch der Al-Kaida-Vize Ajman al-Sawahri aufgehalten haben. Die Erfolge der pakistanischen Armee gegen die Taliban dürften insbesondere von den USA begrüßt werden. Die bislang weitgehend autonome Grenzregion gilt als Rückzugsgebiet der afghanischen Taliban.
Pakistan plant neue Großoffensive
Pakistan bereitet für nächste Woche eine neue militärische Offensive gegen eine weitere Hochburg der radikal- islamischen Taliban in den unruhigen Stammesgebieten entlang der Grenze zu Afghanistan vor. Ziel des Einsatzes solle die Region Orakzai sein, sagte ein Offizier der paramilitärischen Grenztruppen am Dienstag. Dort sollen sich schätzungsweise 1000 Taliban und mit ihnen verbündete El-Kaida-Terroristen verschanzt halten.
Schon vor Wochen hatte die Regierung in Islamabad angekündigt, ihre militärische Großoffensive gegen die Extremistenhochburg Südwaziristan sei ebenfalls erfolgreich gewesen. Von dort waren tausende Aufständische vor den Soldaten in angrenzende Bezirke geflüchtet, darunter nach Orakzai. Zehntausende Bewohner flohen ebenfalls vor den Kämpfen.














