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Aus für Hochschule in Bruchsal: Privat-Unis fürchten um ihr Image

von Barbara Gillmann Quelle: Handelsblatt Online

Nach dem Aus für die Universität Bruchsal und den jüngsten Finanzprobleme der Uni Witten/Herdecke fürchtet der Verband der privaten Hochschulen einen Imageschaden für die gesamte Zunft. Dessen Präsident Udo Steffens fürchtet, dass nun "generelle Zweifel an der Solidität privater Hochschulen aufkommen könnten" und denkt bereits über eine allgemeine Imagekampagne nach.

Die private Universität in Bruchsal stellt ihren Betrieb wegen erheblicher finanzieller Verluste ein. Quelle: dpa Quelle: handelsblatt.com
Die private Universität in Bruchsal stellt ihren Betrieb wegen erheblicher finanzieller Verluste ein. Quelle: dpa Quelle: handelsblatt.com

BERLIN . Die Nachricht vom Aus für die Universität Bruchsal sei - ebenso wie die jüngsten Finanzprobleme der Uni Witten/Herdecke - "ausgesprochen schädlich", klagt Udo Steffens, Vorsitzender des Verbands der privaten Hochschulen (VPH) und Präsident der Frankfurt School of Finance & Management. Er fürchtet, dass nun "generelle Zweifel an der Solidität privater Hochschulen aufkommen könnten" und denkt bereits über eine Imagekampagne für die Zunft nach

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Am Freitag hatte die Bruchsaler "International University in Germany" die Schließung angekündigt. Der ersten englischsprachigen Uni dieser Art, die zuletzt knapp 200 Studenten hatte, war nach dem Ausstieg des Betreibers Educationtrend das Geld ausgegangen. Hinter Educationtrend steht die Investmentfirma Aton von Lutz Helmig, dem Gründer der Helios Kliniken. Es ist bereits die zweite Hochschule, mit der Helmig scheitert: Im März machte die von Educationtrend betriebene Hanseuniversität in Rostock dicht - es hatten sich nur drei Studenten eingeschrieben.

Im vergangenen Jahr tobte eine monatelange Schlacht um die älteste deutsche Privatuni in Witten, die - wieder einmal - vor dem Ruin stand. Am Ende retteten sie neue Gesellschafter und das Land Nordrhein-Westfalen mit 13,5 Mio. Euro.

Die Branche ist mit 70 000 Studenten winzig - insgesamt gibt es in Deutschland zwei Millionen Studenten . Hat nun auch noch das große Privat-Uni-Sterben begonnen? Werden weitere der rund 70 privaten Hochschulen aufgeben? Das wohl nicht, meint Steffens; weitere Wackelkandidaten sind derzeit nicht aktenkundig. Anders als die großen Privatunis der USA sind die hiesigen noch nicht so sehr von der Finanzkrise getroffen.

Aber: Für 2010/11 rechnet der VPH-Vorstand durchaus mit Einbrüchen bei den Sponsoren. Zudem seien die deutschen Privat-Hochschulen zwar stabil, aber "unterkritisch klein", sagt Steffens. Die Schwelle liege etwa bei 90 bis 100 Mio. Euro Umsatz - doch selbst sein Haus, das größte der Branche, mache nur 60 Mio., Witten/Herdecke nur knapp 30 Mio. Euro Umsatz.

Generell gelte auch: "Echte Forschungsorientierung können sich nur private Hochschulen leisten, die eine große Stiftung oder eine Industriegruppe im Rücken haben - mit Gebühren ist das nicht finanzierbar." Ganz zu schweigen von teuren Studien wie Medizin, die bisher außer Witten niemand gewagt hat.

Dass seit einiger Zeit auch staatliche Hochschulen in Unions-Ländern Gebühren verlangen, hat den privaten nicht geholfen. "Das sind 500 Euro pro Semester, bei uns zahlen sie das teilweise pro Monat", sagt Steffens. Unsicherheit droht privaten Hochschulen auch vom Wissenschaftsrat, der sie im Auftrag von Bund und Ländern auf Herz und Nieren prüft. Dieses Jahr sind dort elf Verfahren anhängig, nächstes Jahr noch mehr.

In den vergangenen Jahren hat der Wissenschaftsrat zwar 37 Institute positiv beurteilt, aber auch fünf Instituten die staatliche Anerkennung verweigert. In der Regel fehlte es sowohl an der Forschung als auch an qualifiziertem Personal und an der Ausstattung.

Die aktuelle Krise hat jedoch auch Vorteile. Weil die Jobchancen schlecht sind, läuft das Weiterbildungsgeschäft umso besser, und mehr Studenten hängen an den Bachelor noch einen Master an, sagt Steffens. Hier sind vor allem sogenannte Business Schools besonders gut aufgestellt - und teurer.

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