Nepals Hauptstadt stark getroffen: Mehr als 1000 Tote bei Himalaya-Erdbeben

Nepals Hauptstadt stark getroffen: Mehr als 1000 Tote bei Himalaya-Erdbeben

, aktualisiert 25. April 2015, 19:01 Uhr

Schweres Erdbeben mit vielen Toten im Himalaya: Vor allem Nepals Hauptstadt Kathmandu wird hart getroffen. Die heftigen Erdstöße waren auch in Indien, China, Pakistan und Bangladesch zu spüren.

Im Himalaya hat ein gewaltiges Erdbeben Hunderte Menschen das Leben gekostet. Allein in Nepal wurden nach offiziellen Angaben mindestens 600 Menschen getötet und mehr als 400 Menschen verletzt, als überall im Land Häuser in sich zusammenstürzten. Auch im angrenzenden Indien, in der chinesischen Region Tibet und in Bangladesch waren Tote zu beklagen. Nach Angaben des Deutschen Geoforschungszentrums (GFZ) in Potsdam und der US-Erdbebenwarte hatte der Erdstoß am Samstag eine Stärke von 7,8. Es kam zu Nachbeben. Erste Hilfsmaßnahmen sind angelaufen.

Am schwersten betroffen war die 700 000 Einwohner zählende nepalesische Hauptstadt Kathmandu. Das Epizentrum des Bebens lag laut GFZ nur etwa 80 Kilometer entfernt, in etwa 18 Kilometern Tiefe. Überall in der Stadt stürmten die Menschen auf die Straßen. Nach Augenzeugenberichten trauten sie sich stundenlang nicht in ihre Häuser zurück, weil Nachbeben den ganzen Nachmittag über die Erde weiter erzittern ließen. Vor allem alte Gebäude, Gemäuer und historische Tempel stürzten ein. Der Verkehr kam zum Erliegen, weil die Straßen aufrissen.

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huGO-BildID: 39756380 People stand on boats damaged by strong winds caused by Cyclone Hudhud in the southern Indian city of Visakhapatnam October 13, 2014. Cyclone Hudhud powered its way inland over eastern India on Monday, leaving a swathe of destruction but the loss of life appeared limited after tens of thousands of people sought safety in storm shelters, aid workers and officials said. REUTERS/R Narendra (INDIA - Tags: DISASTER ENVIRONMENT TPX IMAGES OF THE DAY) Quelle: REUTERS

„Wir fürchten, dass noch viele Menschen unter alten Häusern und Gebäuden begraben sind“, sagte Nepals Innenministeriumssprecher Laxmi Dhakal der Deutschen Presse-Agentur. Wegen des Erdbebens löste sich eine Lawine am Mount Everest und verschüttete mehrere Bergsteiger. Zunächst sei unklar gewesen, wie viele Kletterer betroffen waren, sagte Tempa Tsheri Sherpa von der Organisation Dreamers Destination. Indische Behörden sprachen von vier Toten auf indischer Seite. In China starb laut staatlichen Medien eine 83-Jährige, als ihr Haus einstürzte. Auch in Bangladesch kam eine Frau ums Leben. 25 Textilarbeiterinnen wurden nach offiziellen Angaben außerdem verletzt, als sie aus ihrer Fabrik in Savar vor den Toren der Hauptstadt Dhaka flüchteten. Aus Pakistan wurden zunächst keine Toten gemeldet.

Der kulturell wichtige Durbar-Platz im Zentrum Kathmandus - ein Unesco-Weltkulturerbe - sei nicht mehr wiederzuerkennen, sagte der Autor Kashish Das Shrestha von vor Ort. Er twitterte Bilder, auf denen nur noch Holzhaufen zu sehen sind, wo einst historische Gebäude standen. Auch der neunstöckige Dharahara-Turm, der schon einmal durch ein Erdbeben beschädigt wurde, sei in sich zusammengestürzt. „Wir haben uns schon so lange vor dem großen Beben gefürchtet“, sagte Liz Satow, Nepal-Büroleiterin der Hilfsorganisation World Vision. Nun sei es eingetreten. Die Betroffene Pooja Lama sagte nach einem Telefonat in ihren nepalesischen Heimatort Ranipauwa, ihr Haus sei komplett zerstört. „Aber immerhin sind wir am Leben.“

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Nepals einziger internationaler Flughafen, der wegen der Nachbeben zwischenzeitlich geschlossen war, wurde am Nachmittag teilweise wieder geöffnet. Indiens Luftwaffe schicke ein Flugzeug mit Nahrungsmitteln, Wasser, Rettungsausrüstung, Spürhunden, Ärzten und Krankenpflegern, sagte ein Sprecher des Verteidigungsministeriums in Neu Delhi. Auch aus Deutschland kamen erste Hilfszusagen: Man werde sofort ein medizinisches Einsatzteam auf den Weg bringen, teilte die Hilfsorganisation aus Kaufbeuren am Samstag mit. „Unsere Erfahrung zeigt, dass es bei Beben dieser gewaltigen Stärke sofort zu handeln gilt“, sagte der Leiter der Not- und Katastrophehilfe, Raphael Marcus, laut Mitteilung. Weil viele Menschen in sehr instabilen Häusern lebten, könne das Erdbeben für die Region weiterhin schlimme Folgen haben.

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