100 Prozent Grupp: Deutschland sollte Amerika mit Vorsicht genießen

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100 Prozent Grupp: Deutschland sollte Amerika mit Vorsicht genießen

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Das Auftreten der US-Amerikanischen Regierung im Syrienkonflikt lehrt uns, nachdenklicher damit umzugehen, was uns jenseits des Atlantiks alles vorgelebt wird.

von Wolfgang Grupp

Das Auftreten der USA im Syrien-Konflikt lehrt uns, nachdenklicher damit umzugehen, was uns jenseits des Atlantiks alles vorgelebt wird - im Krieg und im Frieden, in der Politik und in der Wirtschaft.

Man darf hier nicht herumreden: Im Syrienkonflikt haben sich die Amerikaner - leider wieder einmal - aufgeführt wie die Regulierer der Welt. Präsident Barack Obama hatte ganz in der traurigen Tradition seines Vorgängers George W. Busch vor, einen neuen Krieg anzuzetteln, das heißt Syrien zu bombardieren. Und das ohne die Chance für eine Mandat der Vereinten Nationen und obwohl er keine Beweis hatte, dass Regierungschef Baschar al-Assad hinter dem Chemiewaffen-Einsatz stand. Auch die Kontrolleure konnten bis heute nicht beweisen, dass Assad, auch wenn er politisch dafür eintreten muss, tatsächlich den Befehl erteilt hat. Dabei darf man nicht vergessen, dass die Amerikaner, um ihre Interessen im Irak durchzusetzen, stillschweigend Giftgasangriffe durch Saddam Hussein gegen die Kurden im Nordirak in Kauf genommen haben.

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Die Amerikaner störte nicht, dass sie in der Vergangenheit einige Kriege führten und danach feststellen mussten, dass die Waffengänge nicht in Ordnung oder rechtens waren. Da war der Irak-Krieg, der wegen angeblicher aber nicht vorhandener Atomanlagen geführt wurde, ohne Legitimation durch die Vereinten Nationen. Im Irak herrscht heute brutale Gewalt. Ähnliches gilt für den Krieg in Afghanistan. Schon weiter zurück liegt der Vietnam-Krieg bis in die 1970er Jahre,  in dem die GIs ein Land mit Bombenteppichen und  Erbgut schädigenden Entlaubungsmitteln überzogen haben, um am Ende dann doch zu verlieren und den Kommunisten an die Macht zu lassen.

Was hat das alles mit uns in Deutschland zu tun? Ich meine, einiges. Die Amerikaner treten ja nicht nur in der Politik völlig autonom und rigoros auf, egal was der Rest der Welt davon hält, wie der Richter und der Sherif der Welt zugleich. Auch in der Wirtschaft ist in den vergangenen Jahren vieles zu uns herübergeschwappt, das an dieses Auftreten erinnert: die Gier nach immer mehr, Maßlosigkeit, Verantwortungslosigkeit, Größenwahn. 

Davon haben wir uns zu sehr anstecken lassen. Vieles, was in den vergangenen Jahren in Deutschland sich in Form von Exzessen und Verklärung von Fehlverhalten in der Wirtschaft einschlich, hat leider oft seinen Ursprung in den USA. Das kann und muss man verurteilen.

Regionale Player im Syrien-Konflikt

  • Israel

    Ein Einsatz syrischer Massenvernichtungswaffen ist ein Alptraum für Israel, das dem Konflikt bisher eher als Beobachter beiwohnte. Jetzt warnt Jerusalem laut davor, dass Assads Chemie- und Flugabwehrwaffen in die Hände der Hisbollah oder Al-Kaidas fallen könnten. Positiv wäre für Israel, dass sein Erzfeind Iran mit Assad seinen wichtigsten Stützpfeiler in der Region verlieren würde. Mit Assad könnte Israel allerdings auch einen Nachbarn verlieren, der für weitgehende Ruhe an der gemeinsamen Grenze gesorgt hat.

  • Saudi Arabien und Katar

    Die sunnitischen Herrscher vom Golf unterstützen in Syrien - wie schon zuvor in Libyen - die islamisch-konservativen Kräfte. Und versuchen, einen Verbündeten ihres Erzfeindes Iran zu schwächen. Daheim können sie sich so als Unterstützer der Revolution präsentieren, ohne Protesten Vorschub zu leisten. Damaskus will in Saudi-Arabien und Katar die Urheber des „Komplotts“ gegen sich identifiziert haben.

  • Türkei

    Das Nato-Mitglied ist seit langem einer der schärfsten Kritiker des syrischen Regimes. Weiter verschärft wurde das Verhältnis Ende Juni durch den Abschuss eines türkischen Kampfflugzeuges vor der syrischen Küste. Regierungschef Recep Tayyip Erdogan sagte dem syrischen Volk daraufhin Unterstützung bis zur Befreiung von „Diktator“ Assad zu, bei weiteren Zwischenfällen werde sein Land mit Gewalt zurückschlagen. Ein Teil des Nachschubs der syrischen Rebellen wird durch die Türkei geschleust, die allerdings offiziell keine Waffen liefert.

  • Libanon

    Das westliche Nachbarland Syriens ist zerrissen - eine gefährliche Lage. Die Sunniten im Libanon stehen mehrheitlich auf der Seite der syrischen Opposition, die zum Großteil ebenfalls aus Sunniten besteht. Über die Grenze werden auch Waffen geliefert. Die schiitische Hisbollah-Miliz hingegen, die in Beirut in der Regierung sitzt, ist mit dem Assad-Regime verbündet. Die Waffen, mit denen sie ihre Herrschaft sichert, kommen aus Damaskus. Seit einigen Wochen gibt es im Libanon Auseinandersetzungen zwischen pro- und anti-syrischen Gruppierungen, dabei gab es auch Tote.

  • Iran

    Aus iranischer Sicht darf das syrische Regime keinesfalls fallen. Im Frühjahr erklärte Präsident Mahmud Ahmadinedschad, er kenne keine Grenzen bei seiner Unterstützung für Präsident Assad. Angeblich schickte Teheran Militärberater und Kämpfer. Ohne Assads Regime würde es für den Iran schwerer, die eigene anti-israelische Ideologie zu verbreiten. Auch die pro-iranischen Milizen, besonders die Hisbollah in Libanon, würden geschwächt. Zuletzt bestätigte der Iran Gespräche mit Regimegegnern in Syrien und brachte sich als Vermittler ins Gespräch.

  • Al-Kaida

    Das Terrornetzwerk Al-Kaida versucht einmal mehr, auf den fahrenden Zug aufzuspringen. Die Terroristen wollen sich als Speerspitze der Revolution präsentieren und das anschließende Tohuwabohu für ihre Zwecke nutzen.

Nehmen wir die Schönfärbung der Insolvenz. Aus den USA schallt zu uns herüber, wie locker, cool und wenig schwermütig die Amerikaner wirtschaftliches Scheitern hinnehmen. Nichts dagegen, wenn jemand damit sein eigenes Geld riskiert und dann unbeeindruckt vom eigenen Scheitern ein neues Geschäft wagt. Aber so funktioniert es in der Praxis doch nur in ganz wenigen Ausnahmenfällen. An der Tagesordnung ist doch die Insolvenz, sprich: die Zahlungsfähigkeit, bei der andere Wirtschaftsteilnehmer  Geld verlieren.

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