222.000 neue Jobs: US-Arbeitsmarkt stärker als erwartet

222.000 neue Jobs: US-Arbeitsmarkt stärker als erwartet

, aktualisiert 07. Juli 2017, 16:44 Uhr
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Die US-Wirtschaft ist robust, die Zahl der Beschäftigungslosen sank deutlich, aber die Lohnentwicklung, die wichtig für die Geldpolitik der US-Notenbank ist, ist abermals geringer ausgefallen.

Quelle:Handelsblatt Online

Der amerikanische Arbeitsmarkt übertrifft die Erwartungen der Experten. Aufgrund des Job-Wachstums könnte die Notenbank Fed den Leitzins anheben. Ein Punkt bereitet den Experten aber Sorgen.

WashingtonDie US-Wirtschaft hat im Juni 222.000 neue Jobs geschaffen – fast 45.000 mehr als von Experten erwartet. Weil aber mehr Menschen aktiv nach Arbeit suchten, stiegt die Arbeitslosenrate von 4,3 Prozent im Mai auf 4,4 Prozent, wie das Arbeitsministerium in Washington am Freitag mitteilte. Das robuste Job-Wachstum könnte die Notenbank Fed trotz schwacher Inflation veranlassen, den Leitzins nach der jüngsten Erhöhung im Juni in diesem Jahr ein drittes Mal anzuheben. An den Märkten wird weiter darauf spekuliert, dass die Fed trotz des boomenden Arbeitsmarkts mit der Leitzinserhöhung bis Dezember warten wird. Die Währungshüter hoben die Leitzinsen zuletzt auf das Niveau von 1,0 bis 1,25 Prozent an und wollen dieses Jahr nachlegen, wenn es die Konjunkturentwicklung erlaubt.

Dem Ministerium zufolge lag die Zahl der Arbeitslosen im vergangenen Monat bei etwa sieben Millionen, kaum verändert im Vergleich zum Mai. Insgesamt ging die Arbeitslosenrate seit Januar um ungefähr einen halben Prozentpunkt zurück, und die Zahl der Beschäftigungslosen sank um 658.000. Die Zahl der Langzeitarbeitslosen – Menschen, die seit 27 Wochen oder länger ohne Job sind – blieb mit 1,7 Millionen im Juni unverändert im Vergleich zum Vormonat und machte 24 Prozent der Arbeitslosen aus.

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Für Enttäuschung sorgte jedoch abermals die Lohnentwicklung, die für die Geldpolitik der US-Notenbank von großer Bedeutung ist. Mit einem Zuwachs bei den Stundenlöhnen von 0,2 Prozent im Vergleich zum Vormonat und 2,5 Prozent im Jahresvergleich blieb die Entwicklung klar hinter früheren Konjunkturaufschwüngen zurück.

Die Gehälter der Amerikaner gelten als Gradmesser dafür, dass der Aufschwung tatsächlich bei den Bürgern ankommt. Doch hier hakt es noch, wie Chefökonom Martin Moryson vom Bankhaus Sal. Oppenheim hervorhob: „Von den Löhnen geht immer noch kein Druck auf die Inflationsrate aus.“ Diese ist nach dem Geschmack der Fed derzeit noch viel zu niedrig. Neben der Förderung von Vollbeschäftigung soll die US-Notenbank auch für stabile Preise sorgen. Auch wenn sie sich am Arbeitsmarkt fast am Ziel sieht, dürfte sie mit Blick auf den relativ niedrigen Preisdruck zunächst vorsichtig agieren. „Sie wird die Normalisierung der Zinspolitik behutsam fortsetzen, solange sich die Aufhellung fortsetzt“, sagte Ökonom Bernd Krampen von der NordLB. Ob nach diesen Zahlen ein Zinsschritt im laufenden oder im letzten Quartal 2017 kommen werde, könne heute aber noch niemand verlässlich vorhersagen.

Der Dollar legte nach den Daten eine Achterbahnfahrt hin: Zunächst legte der Euro zur US-Devise zu, bevor er auf 1,1385 Dollar nachgab. Die Terminkontrakte auf die US-Aktienindizes zogen an.

Quelle:  Handelsblatt Online
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