Abhörvorwürfe gegen Obama: FBI-Chef verlangt Richtigstellung nach Trumps Anschuldigungen

Abhörvorwürfe gegen Obama: FBI-Chef verlangt Richtigstellung nach Trumps Anschuldigungen

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FBI-Chef James Comey.

Obama ließ Trumps Telefone anzapfen: Das behauptet zumindest der Präsident. Beweise legte Trump nicht vor. FBI-Chef Comey wehrt sich hinter den Kulissen und verlangt eine Klarstellung.

Nach den Abhör-Anschuldigungen von US-Präsident Donald Trump gegen seinen Vorgänger Barack Obama hat FBI-Chef James Comey Medienberichten zufolge eine Richtigstellung verlangt. Comey habe das Justizministerium aufgefordert, die Anschuldigungen öffentlich zurückzuweisen, meldete die „New York Times“ am Sonntag (Ortszeit) unter Berufung auf hochrangige Regierungsbeamte. Eine öffentliche Stellungnahme von Comey oder dem Ministerium gab es bislang nicht.

Zuvor hatte bereits der frühere Geheimdienstdirektor der USA, James Clapper, eine Telefonüberwachung des Kandidaten Trump ausgeschlossen. „Ich kann das zurückweisen. Ich hätte das gewusst“, sagte Clapper zu NBC.

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Trump dürfte sich mit seiner Anschuldigung auf Untersuchungen beziehen, die FBI und Geheimdienste 2016 in seinem Umfeld vorgenommen haben sollen. Angeblich sollten mögliche finanzielle Verbindungen nach Russland überprüft werden. Ein Sprecher Obamas wies alle Vorwürfe zurück.

Donald Trump: Ein Kurzporträt des 45. US-Präsidenten

  • Geburt

    Donald Trump wurde am 14. Juni 1946 im New Yorker Stadtteil Queens geboren.

  • Beruflicher Werdegang

    Im Alter von 13 Jahren wurde er von seinen Eltern aufs Internat geschickt. Später folgte er dem Vater ins Immobilienmetier und machte auch mit Misswahlen und Spielcasinos Geld. Trump hatte unter anderem mit der Fernsehshow „The Apprentice“ Erfolg, sie machte „The Donald“ als Reality-TV-Star einem großen Publikum in den USA bekannt.

  • Reichtum

    Trumps Erfolge als Unternehmer sind umstritten. Wie reich er wirklich ist, bleibt Spekulation. Bis heute weigert sich der Unternehmer, seine Steuererklärung offenzulegen.

  • Politik & Skandale

    Wegen seiner zahllosen Ausfälle wurde Trump heftig angegangen und vielen zum Feindbild. Trump wird oft parodiert, anderen ist er Idol. Seinen Anhängern steht er - getreu dem Motto„Make America Great Again“ für Neuanfang, ein Aufbrechen verkrusteter Strukturen, eine Rückbesinnung auf Amerika und einen radikalen Abschied von der politischen Agenda Barack Obamas.

    Tabubrüche waren und sind typisch für Trump. Er hetzte gegen Ausländer, verhöhnte Behinderte, sagte skandalöse Dinge über Frauen. „Ich könnte jemanden auf der Straße erschießen und würde trotzdem keinen einzigen Wähler verlieren“, sagte er einmal.

  • Privatleben

    Trump, dem viele Affären nachgesagt wurden, ist zum dritten Mal verheiratet. Mit seiner ersten Frau Ivana hat er die Kinder Donald (39), Eric (33) und Ivanka (35). Die zweite Frau, Marla Maples, brachte die gemeinsame Tochter Tiffany (23) zur Welt. Mit seiner dritten Frau, dem aus Slowenien stammenden Model Melania, hat er den zehnjährigen Sohn Barron. Die Familie gehört für den Baulöwen zu den bei weitem wichtigsten Konstanten.

Trump hatte seinem Vorgänger am Samstag auf Twitter vorgeworfen, er habe ihn vor der Wahl im Trump-Tower abhören lassen. Belege dafür gibt es nicht, vermutlich bezog sich Trump auf Berichte in rechtsgerichteten Medien der vergangenen Tage. In einer Serie wütender Tweets schrieb Trump unter anderem: „Wie tief ist Präsident Obama gesunken, meine Telefone während des heiligen Wahlprozesses anzuzapfen. Böser (oder kranker) Typ!“

Trumps Sprecher Sean Spicer nannte „die Berichte sehr beunruhigend“. Das Weiße Haus forderte eine Kongressuntersuchung. Bis dahin werde es keine weiteren Kommentare des Präsidenten oder des Weißen Hauses zu den Anschuldigungen geben, sagte Spicer.

Trump erhebt schwere Vorwürfe gegen Obama "Das ist Nixon/Watergate. Böser Kerl!"

Donald Trump wirft seinem Amtsvorgänger Barack Obama vor, er habe ihn während des Wahlkampfs abhören lassen. Beweise hat er keine, Obama dementiert.

Wind weht die Krawatte von US-Präsident Donald Trump, beim Verlassen der Air Force One auf den Palm Beach International Airport in West Palm Beach, Florida. Quelle: dpa

Die republikanischen Vorsitzenden der Geheimdienst-Ausschüsse im Senat und Repräsentantenhaus, Richard Burr und Devin Nunes, schlossen dies nicht aus. Sein Ausschuss sei damit betraut zu überprüfen, ob die US-Regierung im Rahmen der Ermittlungen gegen russische Aktivitäten im Wahlkampf Mitarbeiter von Kandidaten überwacht habe, sagte Nunes dem Nachrichtensender CNN zufolge. „Wir werden in diesem Punkt weiter ermitteln, falls Beweise dies erforderlich machen.“

Nancy Pelosi, die demokratische Minderheitsführerin im Repräsentantenhaus, beschuldigte Trump hingegen, er wolle von eigenen Problemen ablenken: „Man erfindet etwas und lässt die Presse darüber schreiben, und sagt dann: „Alle schreiben über diese Anschuldigungen“, sagte Pelosi CNN. So handele eine autoritäre Persönlichkeit.

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