Abkehr vom Klima-Abkommen: Goldman-Chef bricht wegen Trump sein Twitter-Schweigen

Abkehr vom Klima-Abkommen: Goldman-Chef bricht wegen Trump sein Twitter-Schweigen

, aktualisiert 02. Juni 2017, 11:56 Uhr
von Steffen Daniel MeyerQuelle:Handelsblatt Online

Sechs Jahre hat Goldman-Sachs-Chef Lloyd Blankfein seinen Twitter-Account nicht genutzt. Jetzt bricht er das digitale Schweigen – um Trumps Abkehr vom Klima-Abkommen zu kritisieren. Auch andere CEOs teilen aus.

New YorkUS-Präsident Donald Trump hat dem Pariser Klima-Abkommen den Rücken gekehrt, um seiner Ansicht nach die US-Wirtschaft und damit 2,7 Millionen Arbeitsplätze zu schützen. Namhafte Größen dieser Wirtschaft bewerten den Vorstoß aber ganz anders: Lloyd Blankfein etwa, Chef der Investmentbank Goldman Sachs, reagiert mit seinem allerersten Post über seinen Twitter-Account, den er im Juni 2011 eröffnet, aber bis dato nie benutzt hat: „Die Entscheidung ist ein Rückschlag für die Umwelt und für die weltweite Führungsposition der USA.“

Gegenüber CNNMoney bestätigte die Bank die Echtheit der Mitteilung. Schon zuvor hatte Blankfein – ohne Twitter – Trumps Einreisebeschränkungen kritisiert und US-Präsidentschaftskandidatin Hillary Clinton unterstützt.

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Weitere Wirtschaftsvertreter äußerten ihren Unmut an Trumps Entscheidung: Apple-CEO Tim Cook bezeichnet die Abkehr als „falsch für unseren Planeten“, Google-CEO Sundar Pichai zeigt sich „enttäuscht“ und General-Electric-Chef Jeff Immelt erklärt, nun müsse „die Industrie vorangehen und sich nicht mehr auf die Regierung verlassen“. Auch Satya Nadella (Microsoft), Marc Benioff (Salesforce), Jeff Weiner (LinkedIn), Jack Dorsey (Twitter) und Marc Zuckerberg (Facebook) kritisierten den US-Präsidenten.

Die Chefs von Tesla und Walt Disney, Elon Musk und Robert Iger, verkündeten als Reaktion sogar ihren Rücktritt aus dem Wirtschaftsgremium, das den Präsidenten berät. Es wird von Blackstone-Chef Stephen Schwarzman geführt. Andere Mitglieder sind PepsiCo-Chefin Indra Nooyi und JPMorgan-Chef Jamie Dimon, die offenbar an ihrer Mitgliedschaft festhalten.

Auffällig an dem CEO-Shitstorm ist, dass vornehmlich Chefs von Technologiekonzernen die Entscheidung kritisieren, ausgenommen Blankfein und General-Electric-Chef Weiner. Außerdem – nicht zu vergessen – tat die große Mehrheit der US-Unternehmen das, was Blankfein sechs Jahre lang auf Twitter getan hatte: Sie schwiegen.

Quelle:  Handelsblatt Online
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