Adam Giersz: "Wir sind kein Ferner Osten"

InterviewAdam Giersz: "Wir sind kein Ferner Osten"

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Adam Giersz, 63, ist seit 2009 Minister für Sport und Tourismus.

von Florian Willershausen

Polens Minister für Sport und Tourismus spricht im Interview über die wirtschaftlichen Chancen der EM für Polen und über Verzögerungen bei der Vorbereitung des großen Fußballturniers.

WirtschaftsWoche: Herr Minister, in einem Jahr beginnt die Fußball-Europameisterschaft. Werden Sie langsam nervös?

Giersz: Ja, denn die EM ist wichtig für Polen. Meine größte Sorge ist, dass die polnische Mannschaft in unseren schönen Stadien keinen schönen Fußball spielen wird.

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Das ist Ihre größte Sorge? Beim Bau neuer Straßen und Flughäfen laufen Sie doch dem Zeitplan hinterher.

Polen ist eine große Baustelle, so wie einst die DDR nach der Vereinigung. Ich gebe zu, dass unsere Modernisierungspläne ambitionierter waren. Wir werden nicht alle Autobahnen zur Euro 2012 eröffnen können. Aber bei den wichtigsten Autobahnen wie der Strecke von Berlin nach Warschau und dem Abzweig nach Danzig sind wir im Zeitplan.

Sie haben teure Infrastrukturprojekte mitten in der Finanzkrise aufgelegt...

...und das war auch gut so. Die Investitionen haben wie ein antizyklisches Konjunkturprogramm gewirkt, mit dem Nachfrage und Beschäftigung erhöht wurden. Nicht zuletzt darum sind wir sehr gut durch die Krise gekommen und waren so etwas wie eine kleine grüne Insel in Europa: Als einziges EU-Land hat Polen die Wirtschaftsleistung trotz der Finanzkrise steigern können.

Wie hoch sind die Gesamtinvestitionen für die Euro 2012?



Umgerechnet etwa 20 Milliarden Euro, allein aus öffentlicher Hand. Allerdings stammen 70 Prozent der Mittel aus der EU-Infrastrukturförderung. Autobahnen hätten wir aber sowieso irgendwann gebaut. Die Euro 2012 hat den Bau um zwei bis drei Jahre beschleunigt.

Haben Sie mal überschlagen, welche Effekte die EM für die polnische Wirtschaft bringen wird?

Für den Zeitraum von 2008 bis 2020 dürfte der kumulierte Effekt bei umgerechnet sieben Milliarden Euro liegen. Das entspricht etwa zwei Prozent des BIPs von 2009.

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