Ägypten : Prozess gegen Mursi vertagt

Ägypten : Prozess gegen Mursi vertagt

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Der damalige ägyptische Präsident Mohammed Mursi steht am Montag in Kairo vor Gericht.

Vier Monate nach seiner Entmachtung steht Ägyptens erster frei gewählter Präsident vor Gericht. Im Falle einer Verurteilung droht im die Todesstrafe. Der Prozess ist am Montag kurz nach Beginn vertragt worden.

Begleitet von einem massiven Sicherheitsaufgebot hat am Montag in Kairo der Strafprozess gegen den früheren ägyptischen Präsidenten Mohammed Mursi begonnen. Der Prozess ist kurz nach Beginn wegen Anstachelung zur Gewalt vertagt worden. Ein Richter habe dies angeordnet, berichtete das Staatsfernsehen. Mursi hatte nach Berichten von Augenzeugen während der Verhandlung ausgerufen: "Nieder mit der Militärherrschaft." Ein staatlicher Fernsehkanal berichtete zudem, die Anhörung werde erst wieder aufgenommen, wenn Mursi bereit sei, seine Gefängniskleidung zu tragen.

Der 62-jährige Islamist war mit einem Hubschrauber von seinem geheim gehaltenen Haftort eingeflogen worden. Der Anfang Juli vom Militär abgesetzte Präsident und 14 weitere Spitzenfunktionäre der Muslimbruderschaft sind der Anstiftung zum Mord an Demonstranten angeklagt. Falls sie verurteilt werden sollten, drohen ihnen die Todesstrafe oder lebenslängliche Haft.

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Der Prozess findet in einer Polizeiakademie im Osten Kairos statt, wo ein behelfsmäßiger Gerichtssaal eingerichtet wurde. Am selben Ort findet auch das Verfahren gegen den 2011 nach Massenprotesten gestürzten Langzeitherrscher Husni Mubarak statt. Dieser muss sich ebenfalls wegen der Tötung von Demonstranten verantworten.

Laut Medienberichten wurden für den ersten Prozesstag 20.000 Sicherheitskräfte aufgeboten. Neuralgische Punkte wie der Tahrir-Platz im Zentrum der Stadt wurden von Armeepanzern abgeriegelt.

Es handelt sich um das erste Erscheinen Mursis in der Öffentlichkeit, seit er am 3. Juli vom Militär entmachtet worden war. Seitdem hielt ihn die Armee an einem der Öffentlichkeit unbekannten Ort fest. Mursi war der erste frei und demokratisch gewählte Staatschef Ägyptens.

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Hunderte von Anhängern der entmachteten Islamisten protestierten am Morgen vor der Polizeiakademie. Ein Demonstrant trug ein Transparent mit der Aufschrift „Vergewaltigung des Willens des Volkes“. Auch vor dem Verfassungsgericht in der Vorstadt Maadi demonstrierten mehrere hundert Sympathisanten der Muslimbruderschaft.

Vor Gericht wollte sich Mursi ohne Beistand durch einen Anwalt verteidigen, weil er die Legitimität des Verfahrens nicht anerkenne, hatten seine Anwälte erklärt. Das Gericht kann nach ägyptischem Recht einen Pflichtverteidiger berufen.

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