Afghanistan: 2017 bringt mehr Krieg, Binnenflüchtlinge und Armut

Afghanistan: 2017 bringt mehr Krieg, Binnenflüchtlinge und Armut

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Afghanistan: 2017 bringt mehr Krieg, Binnenflüchtlinge und Armut

2017 wird in Afghanistan schlimmer als 2016 - das ist der Tenor eines wichtigen UN-Berichts zur humanitären Lage. Er meldet unter anderem 1500 neue Binnenflüchtlinge pro Tag.

Die Vereinten Nationen erwarten für 2017 weitere 450 000 Kriegsvertriebene in Afghanistan, zusätzlich zu den bereits in 2016 registrierten knapp 630 000 Binnenflüchtlingen. Das geht aus dem neuen Humanitären Aktionsplan der Vereinten Nationen hervor, der am Samstag in der afghanischen Hauptstadt Kabul vorgestellt wird. Der immer zum Jahresanfang vorgelegte Plan der Koordinationsagentur der UN für humanitäre Hilfe, OCHA, gilt als eines der umfangreichsten Dokumente zur Lebenslage der Afghanen. Für 2017 sieht er eine weitere Steigerung vieler Negativrekorde aus 2016 voraus. 9,3 Millionen Menschen werden demnach in diesem Jahr in Afghanistan in Not sein - ein Anstieg um 13 Proeznt im Vergleich zum Vorjahr. Mit einer geschätzten Bevölkerung von rund 30 Millionen Menschen wäre das fast ein Drittel aller Afghanen.

5,7 Millionen Menschen wollen die UN mit ihren Partnern helfen. Dabei geht es nur um lebensrettende Maßnahmen, nicht etwa längerfristige Entwicklungsprojekte. 550 Millionen Dollar werben die UN von der Welt dafür ein. 2016 hatten sie noch um 393 Millionen Dollar für 3,5 Millionen Menschen gebeten (von 8,1 Millionen in Not).

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Afghanistan bleibe eines der gefährlichsten und gewalttätigsten Länder der Welt, heißt es in dem Bericht weiter. Mittlerweile sei fast das gesamte Land vom Konflikt betroffen. Im Durchschnitt würden jeden Tag 1500 Menschen aus ihren Dörfern fliehen. Die Gegenden, über die die Regierung keine Kontrolle mehr habe, dehnten sich aus, und so seien ungefähr 20 Prozent der Menschen in Not nur extrem schwer zu erreichen.

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Zusätzlich zu den Kriegsflüchtlingen erwarten die UN, dass 2017 bis zu eine Million afghanische Flüchtlinge - teilweise nach Jahrzehnten - aus den Nachbarländern Iran und Pakistan in ihr kriegszerrissenes Land heimkehren. Die meisten kommen unfreiwillig aus Pakistan; sie sind Opfer scharfer neuer Spannungen zwischen den beiden Ländern.

Bereits 2016 war überraschend rund eine Million solcher Flüchtlinge der Kriege aus den 1980er und 1990er Jahre zurück nach Afghanistan geströmt. Viele von ihnen sind arm, viele werden sich nach Ansicht von Experten in die Massen der Binnenflüchtlinge einreihen, weil sie in ihre Heimatgemeinden nicht zurück können oder wollen.

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Die Armut habe sich 2016 verschlimmert und das sei auch für 2017 zu erwarten, heißt es in dem Bericht weiter. Mittlerweile hätten 40 Prozent der Afghanen nicht regelmäßig genug zu essen (vorher geschätzte 33 Prozent) und mehr als eine Million Kinder bräuchten Behandlung wegen akuter Unterernährung.

40 Prozent der Afghanen hätten außerdem immer noch keinen Zugang zum Gesundheitssystem. Und es gebe Anzeichen, dass auch die Müttersterblichkeit in Afghanistan wieder gestiegen sei. Die bedeutende Reduzierung der Zahlen - auf ein allerdings immer noch sehr schlechtes Niveau - war in den vergangenen Jahren als Erfolg internationaler Bemühungen gefeiert worden.

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