Afghanistan: Barack Obama stoppt Truppenabzug

Afghanistan: Barack Obama stoppt Truppenabzug

, aktualisiert 15. Oktober 2015, 18:59 Uhr
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US-Soldaten in Afghanistan.

US-Staatschef Barack Obama will nach Angaben aus Regierungskreisen 5500 US-Soldaten in Afghanistan lassen. Damit wendet sich Obama von seinem Versprechen ab, den Krieg in dem Land unter seiner Ägide zu beenden.

Die USA verzögern angesichts der schlechten Sicherheitslage ihren Truppenabzug aus Afghanistan. US-Präsident Barack Obama kündigte am Donnerstag an, die Präsenz der noch 9800 Soldaten werde den überwiegenden Teil des kommenden Jahres beibehalten. Die afghanischen Sicherheitskräfte seien noch nicht so stark wie sie sein müssten. "Sollten sie scheitern, würde das unserer aller Sicherheit gefährden", sagte Obama im Weißen Haus. Er werde nicht zulassen, dass "Afghanistan ein sicherer Hafen für Terroristen wird, von dem aus sie wieder unser Land angreifen können".

Ursprünglich sollte nur eine kleinere Truppe an der US-Botschaft in Kabul stationiert bleiben. Nun soll die Truppen-Stärke erst im Jahresverlauf 2017 auf 5500 Soldaten verringert werden, die an drei weiteren Orten in Afghanistan stationiert bleiben: Bagram, Dschalalabad und Kandahar. Die Kosten des Einsatzes steigen damit nach Angaben aus US-Kreisen auf 14,6 Milliarden Dollar pro Jahr statt wie bislang veranschlagt zehn Milliarden Dollar. Der Planänderung waren monatelange Beratungen zwischen den USA und Afghanistan vorangegangen.

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Obama verzieht mit dem Schritt eine Kehrtwende in seiner Afghanistanpolitik. Eigentlich wollte er als Präsident in die Geschichte eingehen, der die US-Soldaten aus dem Irak und Afghanistan heimgeholt hat. Da seine Amtszeit im Januar 2017 endet, überlässt er dies faktisch seinem Nachfolger. Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg begrüßte die Entscheidung. Diese ebne den Weg für "eine nachhaltige Präsenz des Nato-Bündnisses" in Afghanistan. Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier sprach von einem "wichtigen politischen Signal" an die afghanische Bevölkerung, dass die internationale Gemeinschaft sie nicht im Stich lasse.

Der Kampfeinsatz der USA und ihrer Verbündeten in Afghanistan ging Ende 2014 nach 13 Jahren zu Ende. Seitdem läuft ein Folgeeinsatz der Nato. Zuletzt hatte die zeitweilige Eroberung der Stadt Kundus durch die radikal-islamischen Taliban vor Augen geführt, wie wackelig die Sicherheitslage im Land noch ist. In Afghanistan sind auch noch rund 870 deutsche Soldaten im Einsatz. Die meisten von ihnen sind in Masar-i-Scharif im Norden stationiert, ein weiteres Kontingent befindet sich in Kabul. Nach dem Ende des Kampfeinsatzes 2014 besteht ihr Auftrag nur noch in der Ausbildung und Beratung einheimischer Soldaten und Polizisten.

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