Afghanistan-Konflikt: Tausende fliehen aus Kundus vor Kämpfen gegen Taliban

Afghanistan-Konflikt: Tausende fliehen aus Kundus vor Kämpfen gegen Taliban

, aktualisiert 05. Oktober 2016, 15:03 Uhr
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Tausende Anwohner haben Kundus wegen der Kämpfe verlassen.

Quelle:Handelsblatt Online

Der Kampf zwischen den afghanischen Regierungstruppen und der Taliban hält an – Tausende Menschen verlassen die Stadt Kundus. Die Lebensbedingungen für zurückbleibende Zivilisten werden von Tag zu Tag schlechter.

KabulTausende Bewohner der Stadt Kundus im Norden Afghanistans sind wegen der anhaltenden Kämpfen zwischen Regierungstruppen und Anhängern der Taliban auf der Flucht. Die meisten Zivilisten hätten Kundus verlassen und seien in angrenzende Regionen geflohen, berichtete der Gouverneur der Provinz Kundus, Assadullah Amarchel, am Mittwoch. Der Polizeichef der Stadt sprach von langsamen, aber deutlichen Fortschritten der afghanischen Armee und ihren amerikanischen Verbündeten in ihrem Versuch, Kundus zu evakuieren. Die Situation bleibe allerdings gefährlich.

Die US-Luftwaffe hat am Mittwoch nach eigenen Angaben mindestens zwei Angriffe ausgeführt, um "Verbündete zu verteidigen, die unter feindlichem Beschuss standen". Der Befehlshaber der US-Truppen in Kabul sagte, es werde zwar weiterhin sporadisch gekämpft, doch die afghanischen Sicherheitskräfte hätten die Lage in Kundus unter Kontrolle. Die Taliban hatten am Montag zentrale Teile der Stadt besetzt oder angegriffen. Dabei trafen sie offenbar nur auf wenig Widerstand. Die Extremisten bestritten jegliche Berichte, nach denen die Regierungstruppen die Stadt zurückerobert haben und beschuldigten das US-Militär der Misshandlung von Zivilisten.

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Lage in Kundus

Die Menschen, die in Kundus ausharren, müssen mit immer schlechteren Lebensbedingungen kämpfen. Amarchel und der Polizeichef von Kundus sagten, es gäbe weder genug Wasser und Lebensmittel, noch funktioniere das Stromnetz. Viele Geschäfte seien geschlossen. Ein Bewohner, der aus Kundus entkam, berichtete: "Die Stadt ist abgeriegelt. Wenn die Taliban oder Luftangriffe dich nicht töten, werden es Hunger oder Durst tun."

Die Taliban feierten ihr Vorrücken Anfang der Woche als besonderen Erfolg, nachdem es ihnen vor fast genau einem Jahr schon gelungen war, Kundus kurzzeitig unter ihre Kontrolle zu bringen. Zu dem neuerlichen Vorstoß kam es unmittelbar vor einer zweitägigen Geberkonferenz für Afghanistan, auf der in Brüssel Hilfszusagen in Milliardenhöhe vereinbart werden sollen.

Denn die Sicherheitslage in Afghanistan hat sich seit dem Ende des Nato-Kampfeinsatzes 2014 und dem Abzug der Bundeswehr aus der Provinz Kundus massiv verschlechtert. Auch in anderen Landesteilen haben die Taliban Boden gutgemacht und bedrohen Provinzhauptstädte. Den Vereinten Nationen zufolge hat das Vorrücken der Extremisten fast eine Million Afghanen zu Binnenflüchtlingen gemacht.

Quelle:  Handelsblatt Online
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