Afghanistan: Zahlreiche Opfer bei Explosion in Moschee befürchtet

Afghanistan: Zahlreiche Opfer bei Explosion in Moschee befürchtet

, aktualisiert 21. November 2016, 12:34 Uhr
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Ein Selbstmordattentäter hat in Kabul offenbar mehrere Menschen mit in den Tod gerissen.

Quelle:Handelsblatt Online

Bei einem Selbstmordanschlag in Kabul sind vermutlich zahlreiche Menschen gestorben. Die Detonation ereignete sich in einer schiitischen Moschee – bei einer Zeremonie aus Anlass des 40. Tages nach dem Aschura-Fest.

KabulDutzende Menschen sind bei einem Anschlag auf eine Moschee in der afghanischen Hauptstadt getötet oder verletzt worden. Die Polizei in Kabul sprach am Montag von 27 Toten, ein Sprecher des Gesundheitsministeriums bestätigte mehr als 30 Tote und 85 Verletzte. Ein Selbstmordattentäter hatte sich in der Bakir al-Olum Moschee, einem Gebetshaus und schiitischen Kulturzentrum im Westen der Stadt, in die Luft gesprengt.

Wie das Innenministerium mitteilte, hatten sich Angehörige der schiitischen Minderheit in der Moschee zum Gebet versammelt. „Es ist wahrscheinlich, dass die Opferzahl noch steigt“, sagte ein Sprecher des afghanischen Gesundheitsministeriums. Unter den Opfern sollten nach Informationen der Behörden auch Kinder sein. Die Nachrichtenagentur ToloNews meldete auf Twitter, es seien mindestens 39 Verletzte in Krankenhäuser gebracht worden.

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Der afghanische Präsident Aschraf Ghani verurteilte den Anschlag als „unverzeihliche Tat“. Regierungsgeschäftsführer Abdullah Abdullah bezeichnete die Tat als Kriegsverbrechen. Ein Augenzeuge sagte, er habe überlebt, weil er zum Zeitpunkt der Explosion hinter einer Säule gesessen habe. Sein Bruder jedoch sei verletzt worden. „Die Moschee war voll. Ich habe geholfen, mindestens 30 Tote und Verletzte hinauszutragen.“

Die radikal-islamischen Taliban wiesen Verbindungen zu dem Anschlag zurück. Bisher gab es in Afghanistan nur wenige Auseinandersetzungen zwischen den Sunniten und der schiitischen Minderheit. Die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) versucht jedoch zunehmend, Spannungen zwischen den Religionsgruppen zu schüren.

Quelle:  Handelsblatt Online
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