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Afrikaner wollen durchstarten: Nigeria steht unter Strom

von Florian Willershausen und Harald Schumacher

Korruption, Blackouts und gewalttätige Islamisten machen Nigeria zur Hochrisikoregion für Investoren. Doch das Boom-Land bietet auch enormes Potenzial.

Platz 9: Malaysia

Mit einer verhältnismäßig kleinen Bevölkerung von 28 Millionen Einwohnern kann Malaysia kaum punkten. Auch die verhältnismäßig hohen Arbeitskosten von 15,6 Dollar (absolutes BIP geteilt durch BIP pro Person) machen das Land nicht außergewöhnlich attraktiv. Spannend ist Malaysia vielmehr als Beschaffungsmarkt. Die Befragten der Studie von Valuneer und ICC zu Trends internationaler Einkaufsmanager bewerteten den Markt überaus positiv.

Quelle: Exklusivranking für die WirtschaftsWoche in Kooperation mit Valueneer. Für das Ranking wurde nach der Attraktivität als Absatz- sowie als Beschaffungsmarkt unterschieden und Indikatoren wie Lohnkosten, Wachstumsraten, Importvolumen, Rohstoffreichtum und Bevölkerungsgröße herangezogen und unterschiedlich gewichtet.

Bild: AP

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Zwölf Milliarden Dollar Vermögen besitzt Aliko Dangote, der reichste Mann Afrikas. Im Alltag lässt sich der 55-jährige Unternehmer den Reichtum aber nicht anmerken.

Es ist Freitag, Dangote sitzt im neunten Stock seiner trostlos betonierten Konzernzentrale in Lagos, der größten Stadt Nigerias. Er isst mit Tochter und Bruder zu Mittag, es gibt Hähnchenschenkel mit Reis und gebratenen Auberginen – Kantinenessen statt Haute Cuisine. In der rechten Hand die Gabel, halten alle drei mit der Linken einen Blackberry ans Ohr und steuern ihren Mischkonzern. „Wollen Sie ein Hähnchen?“, fragt der Milliardär, als er aufgelegt hat. „Schreiben Sie mal was Positives über Nigeria, unser Potenzial wird völlig unterschätzt“, sagt Dangote, ehe das Telefon erneut klingelt.

Zahlen und Fakten zu Nigeria

  • Bevölkerung

    39 Millionen Einwohner

  • Wachstum

    Das BIP wuchs im Jahr 2011 gegenüber dem Vorjahr um 6,9 Prozent

  • Importe

    Im Jahr 2011 führte Nigeria Waren im Wert von 34 Milliarden Dollar ein

  • Direktinvestitionen aus dem Ausland

    Die ausländischen Direktinvestitionen betrugen 2011 67 Milliarden Dollar

  • Löhne, Arbeitskosten

    2,6 Dollar. Der Wert errechnet sich aus dem absoluten BIP geteilt durch BIP pro Person

  • Rohstoff-Ressourcen

    Nigeria verfügt über förderbare Ressourcen im Wert von 92 Milliarden Dollar. Nur Ghana hat von den neun Absatzmärkten größere Vorkommen.

Der Mann hat gut reden. Als Sprössling einer reichen muslimischen Familie zählt er zu denjenigen im Land, die die Chancen der westafrikanischen Volkswirtschaft nutzen. Ursprünglich war er Großhändler in Lagos, bis er begann, aus Brasilien importiertes Zuckerrohr zuerst zu verarbeiten und dann vor Ort anzubauen. Er verkaufte Import-Zement und steckte die Erlöse in den Bau einer eigenen Zementfabrik. Er schiffte Nudeln aus Europa ein, bis er eine Spaghetti-Fabrik hochzog. Heute ist er Nigerias größter Zucker-, Zement-, Nudelhersteller und vieles mehr.

Mit Risikobereitschaft zum Milliardär

Das Schema des unternehmerischen Erfolgs in Nigeria ist fast immer das gleiche: Mit Risikobereitschaft – und mit guten politischen Kontakten bis hinauf zu Präsident Goodluck Jonathan – wurde Dangote Milliardär. Am einfachsten gelingt das Leuten wie ihm, wenn sie Rohstoffe des Landes zu Produkten verarbeiten, die das 170-Millionen-Einwohner-Volk braucht. Heute zählt die Dangote-Gruppe mit 1,6 Milliarden Dollar Umsatz und 11.000 Mitarbeitern zu den größten Unternehmen Afrikas – und ist der einzige nigerianische Konzern, der jenseits der Landesgrenzen Erfolg hat.

Märkte von morgen

Als Vorbild für Ausländer taugt Dangote allenfalls begrenzt. Denn für Fremde ist Nigeria ein Hochrisikoland. Kaum jemand von außen traut sich, in dem Land zu investieren, unter anderem aus Angst um die Sicherheit der Mitarbeiter. Im Norden des Landes wollen radikale Islamisten die Scharia einführen. Ende Mai starb in der Region der deutsche Manager Edgar Fritz Raupach, ein Mitarbeiter des Bau- und Dienstleistungskonzerns Bilfinger, den al-Qaida-Milizen entführt hatten. Er kam bei einem Angriff nigerianischer Sicherheitskräfte ums Leben – wie Wochen zuvor eine britische und eine italienische Geisel.

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