Amerika-Gipfel: Historischer Handschlag von Obama und Castro

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Amerika-Gipfel: Historischer Handschlag von Obama und Castro

, aktualisiert 11. April 2015, 09:09 Uhr
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Darauf haben alle gewartet: Barack Obama und Kubas Staatschef Raul Castro schütteln sich die Hände.

Quelle:Handelsblatt Online

Der Amerika-Gipfel ist eröffnet – mit einem Handschlag, der Geschichte schreibt: Kubas Staatschef Raúl Castro und Barack Obama begrüßten sich im Getümmel der Eröffnungsveranstaltung mit der historischen Geste.

Neuanfang nach jahrzehntelanger Eiszeit: US-Präsident Barack Obama und Kubas Staatschef Raúl Castro haben sich zum Auftakt des Amerika-Gipfels in Panama demonstrativ begrüßt und die Hand geschüttelt. Nach der im Dezember eingeleiteten Annäherung beider Länder soll es am Samstag nach US-Angaben ein erstes direktes politisches Gespräch der beiden Politiker geben, dem historische Bedeutung beigemessen wird. Erstmals nimmt auch das sozialistische Kuba an dem Amerika-Gipfel teil.

UN-Generalsekretär Ban Ki Moon hat Obama und Kubas Staatschef Raúl Castro für die Wiederaufnahme der diplomatischen Beziehungen ihrer Länder gelobt. Zu Beginn des Gipfels sagte Ban in Panama-Stadt, Amerika habe „seit langem bestehende Spaltungen in historischer Weise überwunden“.

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Wissenswertes über die USA

  • Wenige Millionenstädte

    Obwohl die USA über 307 Millionen Einwohner haben, gibt es relativ wenige Millionenstädte. Es sind gerade einmal neun: New York (8,17 Millionen Einwohner), Los Angeles (3,79 Millionen), Chicago (2,95 Millionen), Houston (2,09 Millionen), Philadelphia (1,52 Millionen), Phoenix (1,45 Millionen), San Antonio (1,32 Millionen), San Diego (1,30 Millionen) und Dallas (1,19 Millionen).

  • 50 oder 51 Staaten?

    Wie viele Bundesstaaten haben die USA? Die richtige Antwort lautet: 50. Oftmals wird fälschlicherweise auch Washington, D.C. als Bundesstaat genannt. Die Abkürzung D.C. steht für „District of Columbia“. Der Distrikt gehört zu keinem Bundesstaat, sondern ist dem Kongress der Vereinigten Staaten direkt unterstellt.

  • Beliebte deutsche Wörter

    Es gibt eine ganze Reihe von deutschen Wörtern, die ins amerikanische Englisch eingedrungen sind. Darunter die bekannten Vokabeln Oktoberfest, Autobahn, Blitzkrieg, angst und kindergarten. Aber auch: wunderkind, waldsterben und doppelganger.

  • Deutsch als Amtssprache?

    Seit 200 Jahren hält sich hartnäckig eine Legende, die besagt, dass Deutsch um ein Haar die offizielle Landessprache der USA geworden wäre. Wahr ist, dass knapp jeder dritte Bürger im US-Ostküstenstaat Pennsylvania zu Beginn des 19. Jahrhunderts deutsche Wurzeln hatte. US-weit lag der Bevölkerungsanteil der Deutschen bei nicht einmal zehn Prozent. Und: Eine Abstimmung über die Amtssprache der USA hat niemals stattgefunden, auch nicht auf regionaler Ebene.

  • Skurrile Gesetze

    In den USA gibt es Unmengen von unsinnigen Gesetzen. Eine Auswahl gefällig? Alabama verbietet das Fahren eines Fahrzeugs mit verbundenen Augen, während man in Florida auf Parkplätzen kein Ständchen singen darf – wenn man nur Badeshorts anhat. Die Stadt Gary in Indiana stellt sich dem Mundgeruch. Nach einem ausgiebigen Knoblauchverzehr ist es vier Stunden lang untersagt, ins Kino oder Theater zu gehen, oder auch nur die Straßenbahn zu benutzen. In der Weltstadt New York ist es verboten, sich den Daumen in die Nase zu stecken und dabei mit den Fingern zu wackeln.

Es sei das erste Mal, dass alle 35 Nationen zu dem Amerika-Gipfel zusammengekommen seien, sagte der Chef der Vereinten Nationen. Kuba wurde jahrelang von der Konferenz ausgeschlossen. Präsident Castro verwirkliche einen Wunsch, der sich in der Region seit langem breitgemacht habe, so Ban. Die Rückkehr zur Diplomatie zwischen den USA und Kuba nach jahrzehntelanger Feindschaft sei ein Schritt, der mit der UN-Charta und dessen „Ziel der Förderung guter Nachbarschaft“ einhergehe.

Obama war kurz vor Beginn des Gipfels in Panama-Stadt noch mit kubanischen Dissidenten zusammengekommen. Bei einer Diskussionsveranstaltung am Rande des Gipfels traf er die regierungskritische Journalistin Laritza Diversent sowie den Aktivisten Manuel Cuesta Morúa.

Die größten Infrastruktur-Mängel in den USA

  • Straßen

    Das Straßenbild der USA ist gezeichnet von Schlaglöchern und Rissen im Asphalt. 36 Prozent der Autobahnen sind durchweg überlastet.

  • Bahn

    Der Zug gilt in den USA als unzuverlässiges Fortbewegungsmittel. Reisende erreichen ihr Ziel nur bei 77 Prozent der Fahrten pünktlich. Zum Vergleich: in Europa sind es 90 Prozent. Außerdem gibt es kein gut ausgebautes Hochgeschwindigkeitsnetz. Schnellzüge fahren somit im Schnitt nur 115 Kilometer pro Stunde.

  • Flughäfen

    Auch bei Flügen ist in den USA mit Verspätungen zu rechnen. Die Flughäfen sind überaltert und überlastet. Drei Prozent der Start- und Landebahnen sind im schlechten Zustand.

  • Brücken

    Einige der Brücken in den USA gelten nicht nur als überaltert, sondern als gefährlich. Von rund 600.000 Brücken sind 160.000 einsturzgefährdet.

  • Staudämme

    Auch die Staudämme der USA weisen Sicherheitsmängel auf. Ihr Durchschnittsalter beträgt 51 Jahre. Erschreckend sind die Wartungsverhältnisse: In Texas kommen auf 7400 Staudämme lediglich sieben überwachende Ingenieure.

  • Schulen

    Für die Sanierung von Schulgebäuden investieren die USA zu wenig. Im Jahre 2005 fand der Unterricht von 37 Prozent aller Schulen in improvisierten Klassenräumen aus Fertigbauteilen statt.

  • Stromnetze

    Das Stromnetz der Vereinigten Staaten ist marode. Das Risiko von Stromausfällen, verursacht durch Stürme und herabfallende Äste, ist so groß, dass Elektrizitätswerke den US-Bürgern zum Kauf eines eigenen Generators raten.

  • Trinkwasser

    Die Wasserleitungen der USA zeichnen sich durch ihr Alter von 60 Jahren und die Defekte aus. Knapp 30 Millionen Liter Wasser versickern täglich in der Erde. Auch die Wasserwerke sind veraltet und sanierungsbedürftig.

In einer Rede versicherte Obama, dass die Zeiten der "Einmischung" Washingtons in Lateinamerika vorüber seien. "Die Tage, als unserer Agenda in dieser Heimsphäre oft die Annahme zugrunde lag, dass die Vereinigten Staaten sich ungestraft einmischen können, sind vorbei." Den Menschenrechtsaktivisten aus der Region sagte er die Unterstützung Washingtons zu: "Wir stehen an eurer Seite."

Obamas Gespräch mit den Dissidenten dürfte bei Kubas Delegation für erhebliche Verstimmung sorgen. Obama und Castro wollen nach Angaben des Weißen Hauses voraussichtlich am Samstag im Rahmen des Amerika-Gipfels zu einer "Diskussion" zusammenkommen. Zuletzt fand ein Treffen der Staatsoberhäupter beider Länder vor fast sechs Jahrzehnten statt.


Castro und Obama telefonierten bereits miteinander

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Am Mittwoch hatten Obama und Castro bereits miteinander telefoniert, wie aus US-Regierungskreisen verlautete. Obama versprach seinem kubanischen Kollegen, sich weiterhin beim Kongress in Washington für eine vollständige Aufhebung des 1962 verhängten Handelsembargos gegen den nur etwa 150 Kilometer südlich von Florida gelegenen Inselstaat einzusetzen. Das Außenministerium in Washington empfahl nach Angaben aus dem US-Senat überdies, Kuba von der Liste der Unterstützerstaaten des Terrorismus zu streichen.

Am Donnerstagabend trafen sich dann die Außenminister beider Länder, John Kerry und Bruno Rodríguez, zu einem Vier-Augen-Gespräch. Das US-Außenamt bezeichnete die Unterredung im Anschluss als lang und "sehr konstruktiv".

Nach mehr als einem halben Jahrhundert ohne diplomatische Beziehungen hatten Obama und Castro bei einem Telefonat im Dezember eine Annäherung zwischen den Vereinigten Staaten und Kuba vereinbart. Seit Mitte Januar gelten bereits eine Reihe von Reise- und Handelserleichterungen, außerdem wollen beide Länder Botschafter austauschen.

Quelle:  Handelsblatt Online
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