Amerika: US-Arbeitslosenquote steigt weiter

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Amerika: US-Arbeitslosenquote steigt weiter

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US-Präsident Barack Obama steht großen Problemen am Arbeitsmarkt entgegen.

Die Arbeitslosenquote in den USA ist erneut gestiegen. Sie lag im Juli bei 8,3 Prozent und damit 0,1 Prozentpunkte höher als im Vormonat. Der Wert ist damit auf dem höchsten Stand seit Februar.

Die US-Wirtschaft hat im Juli überraschend viele Jobs geschaffen. Die Zahl der Beschäftigten stieg um 163.000, teilte das Arbeitsministerium in Washington mit. Von Reuters befragte Ökonomen hatten ein Plus von 100.000 erwartet.

Trotzdem kletterte die Arbeitslosenquote von 8,2 auf 8,3 Prozent. Sie verharrt damit seit mehr als drei Jahren über der Marke von acht Prozent - das hat es seit der Großen Depression in den Dreißiger Jahren nicht mehr gegeben. „Es gibt keine großen Entlassungen“, sagte der Chefvolkswirt von Raymond James & Associates, Scott Brown.

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„Das Problem ist die Zurückhaltung bei Neueinstellungen.“ Die werde angesichts des ungewissen Ausgangs der US-Präsidentschaftswahlen im November und der Schuldenkrise in Europa anhalten. Die US-Wirtschaft war im zweiten Quartal nur noch um 1,5 Prozent gewachsen. Um neue Jobs zu schaffen, ist ein Wachstum von mehr als 2,5 Prozent notwendig.

Die hohe Arbeitslosenquote könnte Präsident Barack Obama bei der Wahl im November seinen Job kosten. Die Spannbreite innerhalb der USA ist allerdings riesig - im Pazifikstaat Kalifornien liegt die Quote zum Beispiel bei fast 11 Prozent, in North Dakota nur bei 3. Im Wahlkampf spielt das Thema Arbeitsplätze eine entscheidende Rolle. Obama und sein Herausforderer Mitt Romney haben indes völlig unterschiedliche Vorstellungen, wie Millionen arbeitsloser Amerikaner in Lohn und Brot zu bringen sind.

Obama verweist darauf, dass er gleich zum Beginn seiner Amtszeit - inmitten der tiefen Rezession - begonnen habe, der Wirtschaft auf die Beine zu helfen. Zu den Maßnahmen gehörte das größte Konjunkturprogramm in der US-Geschichte mit einem Volumen von fast 800 Milliarden Dollar - außerdem Steuererleichterungen für Durchschnittsverdiener und kleinere Unternehmen, Beschäftigungsprogramme und ein riesiges Rettungspaket für die schlingernde Autoindustrie. Unter dem Strich rechnet sich Obama 27 Monate in Folge mit Beschäftigungsaufbau an. Insgesamt, so seine Bilanz, habe die Wirtschaft nunmehr rund 4,3 Millionen Arbeitsplätze geschaffen - und eine noch schlimmere Krise sei verhindert worden.

Romney kritisiert Obamas Vorgehen gegen die Krise scharf, nicht nur weil die Konjunkturspritzen das Ziel verfehlt hätten, die Arbeitslosigkeit deutlicher zu senken. Seine Philosophie entspricht dem Staatsbild der neoliberalen Ökonomie: Die Wirtschaft und der freie Markt können es am besten - und der Staat kann helfen, indem er möglichst wenig eingreift. Sein Plan „verspricht nicht die sofortige Schaffung einer imaginären Zahl von Jobs, weil die Regierung keine Jobs schaffen kann - zumindest keine produktiven, die langfristig zu unserem Wohlstand beitragen“, heißt es in seinem Wahlprogramm.

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