Amnesty International: Vorwürfe gegen irakische Streitkräfte

Amnesty International: Vorwürfe gegen irakische Streitkräfte

, aktualisiert 10. November 2016, 11:56 Uhr
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Derzeitig spitzt sich der Kampf zwischen den irakischen Soldaten und dem IS in Mossul zu. Doch die Vorgehensweise der Streitkräfte ist mehr als fragwürdig.

Quelle:Handelsblatt Online

Männer in Polizeiuniformen sollen die Bewohner befreiter Dörfer nahe Mossul misshandelt und erschossen haben. Es ist nicht das erste Mal, dass irakische Sicherheitskräfte wegen illegaler Tötungen in die Kritik geraten.

London/BagdadIrakische Sicherheitskräfte sollen nach Angaben der Menschenrechtsorganisation Amnesty International mehrere Menschen nahe Mossul hingerichtet haben. Bewaffnete Männer in Polizeiuniformen hätten bis zu sechs Menschen kaltblütig erschossen, berichtete Amnesty am Donnerstag. Einige Opfer seien vorher gefoltert worden. Die Sicherheitskräfte hätten ihnen Verbindungen zur Terrormiliz Islamischer Staat (IS) vorgeworfen. Die Millionenstadt Mossul ist das Machtzentrum des IS im Irak. Irakische Truppen versuchen derzeit, mit Hilfe kurdischer Milizen und westlicher Unterstützung die Stadt zu erobern.

„Die irakischen Behörden müssen umgehend gründliche und unabhängige Untersuchungen dieser Vorfälle durchführen“, forderte die stellvertretende Direktorin des Amnesty-Büros in Beirut, Lynn Maalouf. Die Regierung müsse alle Personen vom Dienst suspendieren, die im Verdacht stünden, Kriegsverbrechen begangen zu haben. Maalouf befürchtet, dass sich ähnliche Vorfälle im Zuge der Offensive auf die IS-Hochburg Mossul wiederholen könnten. Hinrichtungen dieser Art verstießen gegen internationales Recht.

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Nach Informationen von Amnesty ereigneten sich die Vorfälle südlich von Mossul. Mehrere Bewohner befreiter Orte seien gefesselt oder mit Kabeln und Gewehrkolben geschlagen worden, bevor einige erschossen worden seien. Teilweise seien ihre Leichen verstümmelt oder mit verbundenen Augen aufgefunden worden. Die Getöteten seien allesamt ohne Autopsie beigesetzt worden.

Hunderte Menschen sollen im Süden Mossuls zuvor von IS-Terroristen entführt worden sein, um sie als menschliche Schutzschilde zu missbrauchen, wie Amnesty berichtete. Einige der von den Uniformierten Getöteten seien zuvor nur mit knapper Not diesen Entführungen entkommen.

Über ähnliche Übergriffe irakischer Sicherheitskräfte hatte die Menschenrechtsorganisation bereits im Mai diesen Jahres bei der Befreiung von Falludscha berichtet. Auch damals sollen Uniformierte der staatlichen Polizei beteiligt gewesen sein.

Irakische Streitkräfte rücken zusammen mit Verbündeten seit Wochen auf die irakische IS-Hochburg Mossul vor.

Quelle:  Handelsblatt Online
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