Amoklauf in San Bernardino: 14 Menschen in kalifornischer Sozialeinrichtung erschossen

Amoklauf in San Bernardino: 14 Menschen in kalifornischer Sozialeinrichtung erschossen

, aktualisiert 03. Dezember 2015, 09:06 Uhr
Bild vergrößern

Bei dem Amoklauf wurden 14 Menschen getötet, 17 weitere wurden verletzt.

Mindestens zwei Schützen erschießen in einer Behinderteneinrichtung in Kalifornien 14 Menschen, später kommt es zu einer dramatischen Verfolgungsjagd. Zwei Verdächtige sind tot, das Tatmotiv ist weiter unklar

Schwerbewaffnete Angreifer haben an einer Behinderteneinrichtung in Kalifornien ein Blutbad mit 14 Toten angerichtet und mehr als ein Dutzend Menschen verletzt. Zwei Verdächtige - ein Mann und eine Frau - seien bei einer anschließenden Verfolgungsjagd und einem Feuergefecht mit Beamten umgekommen, teilte die Polizei mit. Ihr Tatmotiv sei noch unklar. Das FBI prüfe neben einem möglichen gewaltsamen Arbeitsplatzdisput auch einen möglichen terroristischen Hintergrund, sagte ein Sprecher. Präsident Barack Obama beklagte die grassierende Waffengewalt im Land und mahnte entschiedene Gegenmaßnahmen an.

Die Schießerei ereignete sich am Mittwoch gegen 11 Uhr (Ortszeit) in der rund 100 Kilometer östlich von Los Angeles gelegenen Stadt San Bernardino im Inland Regional Center, einer Einrichtung, die entwicklungsgestörten Menschen hilft. Doch galt die bewaffnete Attacke nicht behinderten Bürgern, sondern Mitarbeitern des örtlichen Gesundheitsamts, die auf dem Gelände einen Raum für ein Festessen gemietet hatten.

Anzeige

Inside Chicago Warum Amerika so kriminell ist

Berlin ist größer als Chicago – und zählt trotzdem fünfmal weniger Morde im Jahr. Soziale Schieflagen, Gang-Gewalt und leicht verfügbare Waffen halten die Kriminalität hoch. Auf Nachtschicht mit einem Polizeireporter.

Viertel wie Altgeld Garden oder Englewood sind die Reviere von Gangs. Quelle: REUTERS

Zeugen hätten ein bis drei Schützen gesehen, die das Inland Regional Center gestürmt und geschossen hätten, sagte Polizeisprecherin Vicki Cervantes. Laut Polizeichef Jarrod Burguan gingen die Angreifer professionell und zielgerichtet vor. „Sie kamen vorbereitet, um das zu tun, was sie taten, als ob sie auf einer Mission wären“, sagte er.

Durch den aus drei Gebäuden bestehenden Komplex hallten Schüsse. Etliche Menschen verbarrikadierten sich in ihren Büros und warteten verzweifelt auf Hilfe der Polizei. Einige schickten ihren Angehörigen SMS-Nachrichten oder schilderten ihnen am Telefon flüsternd das Geschehen. Zeuge Terry Petit sagte, er habe nach den ersten Schüssen eine SMS von seiner Tochter bekommen, die in dem Gebäude arbeitet. Sie lautete: „Leute angeschossen. Im Büro, warte auf die Polizei. Betet für uns. Ich bin im Büro eingeschlossen.“ In der Nähe des Tatorts war zu sehen, wie einige Personen auf fahrbaren Krankentragen weggerollt wurden, andere liefen rasch davon oder wurden von Beamten weggeführt.

FBI-Agenten und andere Beamte drangen ins Gebäude ein und suchten Raum für Raum nach den Angreifern ab. Umliegende Geschäfte, Bürogebäude und mindestens eine Schule wurden abgeriegelt, Straßen wurden gesperrt.

Rund vier Stunden später rückten Beamte an einem Haus im Nachbarort Redlands an, wo sie einen verdächtigen dunklen Geländewagen wegfahren sahen. Die Polizisten nahmen die Verfolgung auf. Dabei verunglückte der Wagen, woraufhin es zu einem Feuergefecht zwischen Insassen und Beamten kam. Die Verdächtigen wurden getötet, ein Beamter leicht verletzt.

Sprengsatz am Tatort gefunden

Die beiden Toten hätten ein Gewehr und eine Handfeuerwaffe bei sich gehabt und Kampfmontur mit Munitionswesten getragen, sagte Agentin Meredith Davis von der Polizeibehörde ATF, die unter anderem für die Bekämpfung des Schmuggels von Waffen und Sprengstoff zuständig ist.

Am Regional Inland Centre wurde ein Sprengsatz gefunden, um den sich ein Bombenentschärfungskommando kümmerte. Bei der Verfolgungsjagd schleuderte das Paar zudem eine Bombenattrappe aus dem Wagen, sagte Davis.

Obama ließ sich über die Ereignisse auf dem Laufenden halten. Zwar sei es noch zu früh für Mutmaßungen über das Motiv der Täter. Doch müssten die USA jetzt Schritte zur Verschärfung der Waffengesetze unternehmen, mahnte er in einem Interview des Senders CBS News. Es gebe ein Muster bei Massenschießereien in Amerika, das in der Welt einzigartig sei. Die USA sollten aber niemals denken, dass Massenschießereien zu ihrem Alltag gehörten.

Anzeige
Deutsche Unternehmerbörse - www.dub.de
DAS PORTAL FÜR FIRMENVERKÄUFE
– Provisionsfrei, unabhängig, neutral –
Angebote Gesuche




.

Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%