An der Grenze zu Bangladesch: Myanmar soll Landminen ausgelegt haben

An der Grenze zu Bangladesch: Myanmar soll Landminen ausgelegt haben

, aktualisiert 06. September 2017, 10:53 Uhr
Quelle:Handelsblatt Online

Myanmar soll an der Grenze zu Bangladesch Landminen ausgelegt haben - vermutlich um die muslimischen Rohingya an einer Rückkehr ins Land zu hindern. Bangladeschs Regierung will gegen das Vorgehen Protest erheben.

DhakaMyanmar hat nach Informationen aus Regierungskreisen in Bangladesch an einem Teil der Grenze zwischen beiden Ländern Landminen platziert. Damit sollten vermutlich die aus Myanmar geflohenen muslimischen Rohingya an einer Rückkehr gehindert werden, sagten zwei Insider in Bangladeschs Hauptstadt Dhaka. Die Regierung von Bangladesch werde noch am Mittwoch Protest dagegen einlegen, dass so nah an der Grenze Landminen ausgelegt würden. In den vergangenen Tagen sind nach gewaltsamen Übergriffen auf die seit Jahren unterdrückte Minderheit in dem mehrheitlich buddhistischen Myanmar rund 125.000 Rohingyas ins Nachbarland geflohen.

„Sie legen die Landminen auf ihrem Gebiet entlang des Stacheldrahtzauns aus“, sagte einer der Insider. Davon habe Bangladesch von Informanten sowie durch Beweisfotos erfahren. Zudem hätten die heimischen Truppen mehrere Gruppen beobachtet, die in der Nähe der Grenzzäune etwas im Boden vergraben hätten. Ein Grenzoffizier aus Bangladesch sagte zu Reuters, er habe am Dienstag zwei Explosionen gehört, die durch Minen ausgelöst worden sein könnten. Ein Junge habe nahe eines Grenzübergangs ein Bein verloren und sei zur Behandlung nach Bangladesch gebracht worden.

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Bangladeschs Innenministerium reagierte zunächst nicht auf eine Anfrage. In Myanmar hieß es in Militärkreisen, Landminen seien in den 1990er Jahren ausgelegt worden. Seitdem versuche das Militär allerdings, die Minen wieder zu entfernen und habe keine neuen platziert.

Friedensnobelpreisträgerin Aung San Suu Kyi, die de facto die Regierung des früher als Birma bekannten Landes leitet, machte am Mittwoch „Terroristen“ für einen „riesigen Eisberg an Fehlinformationen“ über die Gewalt in der Provinz Rahkhine verantwortlich. Sie äußerte sich nicht zu den nach Bangladesch geflohenen Rohingya. UN-Generalsekretär Antonio Guterres warnte vor einer humanitären Katastrophe und einer Destabilisierung in der Region. Die Gewalt gegen die muslimische Minderheit in Myanmar hatte zuletzt muslimisch geprägte Staaten auf den Plan gerufen.

Quelle:  Handelsblatt Online
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