Analyse: Das Comeback der Hillary Clinton

Analyse: Das Comeback der Hillary Clinton

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US-Wahlkampf: Schaulaufen in New Hampshire für Hillary Clinton und ihre Tochter Chelsea

Einst galt sie als klare Favoritin der Demokraten für das höchste Amt in den USA, nun musste sie verzweifelt auf ein Comeback in New Hampshire hoffen. Für Hillary Clinton geriet die gestrige Vorwahl in New Hampshire zum Schicksalstag - mit glücklichem Ausgang.

Für die ehrgeizige Ehefrau des ehemaligen US-Präsidenten Bill Clinton ging gestern eine Zitterpartie zu Ende: Rund 39 Prozent aller demokratischen Vorwähler stimmten für Hillary Clinton. Ihr schärfster Rivale, Senator Barack Obama aus Illinois, kam auf 37 Prozent der Stimmen und gestand seine Niederlage ein.

Doch knapp vor der entscheidenden Vorwahl sah es nicht gut aus für Hillary Clintons Ambitionen, als erste Spitzenkandidatin der US-Demokraten in den Präsidentschaftswahlkampf zu starten. Der ehemaligen Senatorin des Bundesstaats New York war die Anspannung kurz vor der  entscheidenden Vorwahl anzumerken.

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Vorgestern kämpfte die sonst als kühl und unnahbar geltende Demokratin merklich mit den Tränen, als sie eine Unterstützerin danach fragte, wie sie an den langen Wahlkampf-Tagen die Ruhe bewahre. „Ich habe so viele Ideen für dieses Land, und ich will uns nicht als Nation zurückfallen sehen“, sagte Clinton mit bebender Stimme. „Das ist ein sehr persönliches Anliegen von mir. Es ist nicht nur politisch oder öffentlich. Ich sehe, was passiert, und wir müssen das umkehren.“

Die Comeback-Clintons

In den Umfragen knapp vor der Vorwahl lag Barack Obama teils klar vor Clinton. Nach ihrem dritten Platz bei den Vorwahlen in Iowa vor wenigen Tagen musste Hillary in New Hampshire gewinnen. Denn sonst hätte sie kaum noch Chancen gehabt, am Parteitag der Demokraten Ende August als Spitzenkandidatin für die US-Präsidentschaftswahlen zu starten.

Mit ihrem Sieg in New Hampshire eiferte sie auch ihrem eigenen Ehemann nach: Bill Clinton schaffte 1992 in Iowa gerade einmal den vierten Platz. Allerdings gelang es ihm mit einem Sieg in New Hampshire, das Ruder wieder herumzureißen. Und dieser Sieg brachte ihm den Spitznamen "Comeback Kid" ein. Das dürfte nun auch für "Comeback Lady" Hillary Clinton gelten.

Republikaner John McCain als Joker in New Hampshire

Spannend war es auch bei den Republikanern: Denn hier überraschte der Republikaner John McCain - den viele bereits abgeschrieben hatten - mit einem klaren Sieg. Experten hatten eigentlich erwartet, dass es ein Kopf-an-Kopf Rennen zwischen dem ehemaligen Baptistenprediger Mick Huckabee und seinem finanziell deutlich besser aufgestellten Gegner Mitt Romney geben würde.

Noch nie, so sind sich Beobachter einig, war das Kandidatenfeld bei den ersten beiden Vorwahlen ähnlich dicht. Noch nie lagen die Termine für Vorwahlen zur US-Präsidentschaft so knapp hintereinander wie in diesem Wahljahr. Und noch nie pumpten die Kandidaten so hohe Geldsummen in den Vorwahlkampf.

Kandidaten schalteten 28.000 Werbespots

Es gibt einige Zahlen, die belegen, wie hart um jede Vorwählerstimme gekämpft wurde. Laut der Zeitung „International Herald Tribune“ schalteten die 14 Präsidentschaftskandidaten im vergangenen Jahr 28.480 Werbespots für New Hampshires Vorwähler. Der Republikaner Mitt Romney alleine kam auf über 7500 Spots. Hillary Clintons Wahlkampfteam buchte knapp rund 5200 Spots, Barack Obama kam auf 4800 Spots.

Diese Werbelawine ergoss sich auf eine sehr überschaubare, aber dennoch deutlich gestiegene Zahl an Vorwählern. In New Hampshire fanden sich rund 500.000 Bürger in den Wahllokalen ein, vor vier Jahren waren es nur 290.000. 

420 Millionen Dollar Spendengelder

Der starke Anstieg der Wählerzahlen geht auch auf die Strategie von Clinton und Obama zurück, neue Schichten für die Vorwahlen zu mobilisieren. In diesem Wahljahr floss deshalb besonders viel Geld nach New Hampshire und Iowa. Traditionell verpulvern die Kandidaten in den USA die Hälfte ihres Vorwahlbudgets in New Hampshire und Iowa. In diesem Jahr könnte das noch deutlich mehr sein.

Leisten können es sich die „Presidential Hopefuls“, wie die Präsidentschaftskandidaten in den USA auch genannt werden. Laut Zahlen der US-Website opensecrets.org haben die Kandidaten in den ersten neun Monaten des Jahres 2007 insgesamt 420 Millionen Dollar an Spenden eingesammelt.

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