Analyse: Öl-Embargo trifft Syrien erst mittelfristig

Analyse: Öl-Embargo trifft Syrien erst mittelfristig

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In this citizen journalism image made on a mobile phone and provided by Shaam News Network, Anti-Syrian President Bashar Assad protesters, hold up a banner pleading for help from Nato, during a demonstration against the Syrian regime, at Maaret Harma village, in Edlib province, Syria, on Friday Aug. 26, 2011. Syrian security forces killed at least two people as tens of thousands of anti-government protesters flooded the streets on the last Friday of the holy month of Ramadan, a time that many activists hoped would become a turning point in the uprising. (Foto:Shaam News Network/AP/dapd) EDITORIAL USE ONLY, NO SALES, THE ASSOCIATED PRESS IS UNABLE TO INDEPENDENTLY VERIFY THE AUTHENTICITY, CONTENT, LOCATION OR DATE OF THIS HANDOUT PHOTO

Die Liste der Sanktionen ist lang, doch Syriens Präsident Baschar al-Assad setzt seinen harten Kurs gegen die pro-demokratischen Demonstrationen fort. Nun erhöht die EU den Druck: Nach Aussagen von Diplomaten will sie am Ende der Woche offiziell ein Importverbot für syrisches Öl beschließen. Die USA haben ein solches Embargo bereits verhängt.

Ein solcher Schritt der EU wird die syrische Wirtschaft nach Ansicht von Experten allerdings erst mittelfristig treffen. „Das ist zunächst ein Zeichen der Selbstvergewisserung der EU-Staaten“, sagte der Syrien-Experte André Bank vom Hamburger GIGA-Institut für Nahost-Studien am Dienstag der Nachrichtenagentur Reuters. Die politischen Effekte in Syrien seien kurzfristig gering. „Mittelfristig, nach einem halben Jahr oder mehr, wird das die syrische Wirtschaft stark beeinträchtigen. Das Regime ist stark vom Öl abhängig“, sagte Bank. Allerdings setze das voraus, dass sich die Beziehungen zu strategischen Handelspartnern wie dem Irak, Iran oder der Türkei verschlechterten.

Wichtiges Exportprodukt

Die Energieversorgung im Land - von der Assad große Teile importiert - sei sonst gesichert.  Nach Statistiken des Ölkonzerns BP exportierte Syrien im vergangenen Jahr zwar nur rund 150.000 Barrel Öl pro Tag - womit der Nahost-Staat nicht einmal in den Top 50 der Erdölexporteure landet. Trotzdem ist Öl das mit Abstand wichtigste Exportprodukt des Landes und macht mehr als die Hälfte aller Ausfuhren aus. Syrien verfügt auch über große Mengen Gas, exportiert aber keins. Andere wichtige Exportprodukte sind Agrargüter, Baumwolle und Textilien. Öl ist die bedeutendste Geldquelle von Assads Regierung. Die wichtigsten Abnehmer für das Öl sind EU-Staaten: Italien, die Niederlande, Frankreich und Spanien. Wenn es diese Länder nicht durch andere Handelspartner ersetzen kann, könnte es für Syrien schwierig werden. Syrien hat jahrelang einen Exportüberschuss erwirtschaftet, indem es billiges Öl aus dem Irak bezog und sein eigenes an westliche Staaten verkaufte. Auch Deutschland führt große Mengen syrischen Öls ein. Im vergangenen Jahr waren es nach Angaben des Mineralölwirtschaftsverbands 2,7 Millionen Tonnen, bei einem gesamten Ölverbrauch von 93 Millionen Tonnen. Deutschland ist laut dem amerikanischen Geheimdienst CIA der drittwichtigste Handelspartner Syriens, hinter dem Irak und dem Libanon.

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Mehr als 2200 Tote

Die 27 Mitgliedsstaaten der EU hatten sich in der vergangenen Woche auf neue Sanktionen gegen das Assad-Regime verständigt. In den seit mehr als fünf Monaten andauernden Unruhen in Syrien sind nach UN-Angaben bereits mehr als 2200 Menschen getötet worden. Die Proteste haben die wirtschaftlichen Probleme in Syrien noch verschärft. Zuvor lag das Wirtschaftswachstum zwar zwischen vier und fünf Prozent pro Jahr - konnte dem rapiden Bevölkerungswachstum von rund drei Prozent aber nicht folgen. Viele Landesteile haben von Investitionen der Regierung nicht profitiert. Hinzu kam eine jahrelange Dürre, die den Bauern zum Verhängnis wurde.

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