Angriff auf britische Botschaft: London droht dem Iran mit ernsthaften Konsequenzen

Angriff auf britische Botschaft: London droht dem Iran mit ernsthaften Konsequenzen

, aktualisiert 29. November 2011, 22:01 Uhr
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Demonstranten drängen sich in die geöffneten Tore der britischen Botschaft.

Quelle:Handelsblatt Online

Der britische Premierminister David Cameron hat empört auf den Angriff auf die britische Botschaft in Teheran reagiert. Er forderte, die Verantwortlichen zur Rechenschaft zu ziehen.

Teheran/LondonWütende Iraner haben am Dienstag aus Protest gegen britische Sanktionen die Botschaft des Königreiches in Teheran gestürmt. Auf Fernsehbildern war zu sehen, wie sie am Botschaftsgebäude Scheiben einwarfen, Brandsätze zündeten und die britische Fahne verbrannten, um danach die iranische Flagge zu hissen.

Demonstranten drangen auch in eine weitere britische Vertretung im Norden Teherans ein. Dem Auswärtigen Amt zufolge war davon auch die Deutsche Schule betroffen. Der britische Premier David Cameron bezeichnete die Vorfälle als ungeheuerlich und unhaltbar.

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Er forderte die iranische Führung auf, die Verantwortlichen zur Rechenschaft zu ziehen und drohte mit Konsequenzen. US-Präsident Barack Obama zeigte sich beunruhigt und mehrere Regierungen, darunter die deutsche, äußerten sich ebenfalls empört. Der Iran sprach sein Bedauern über die Vorfälle aus.

Die Regierung in London hatte vor einigen Tagen im Atomstreit ihre Sanktionen gegen die iranische Regierung verschärft. Als Reaktion beschloss das Parlament in Teheran, die Beziehungen zu Großbritannien einzuschränken und den Botschafter auszuweisen. Während der Debatte am Sonntag hatte ein iranischer Abgeordneter davor gewarnt, wütende Bürger könnten die britische Botschaft stürmen, wie sie es 1979 mit der US-Vertretung gemacht hatten.


Widersprüchliche Angaben über Geiselnahme

Den Berichten zufolge lösten sich Dutzende Menschen aus einer Gruppe von einigen Hundert Demonstranten vor der britischen Botschaft. Sie seien über die Tore geklettert und in das Gebäude eingedrungen. Im Fernsehen war zu sehen, wie ein Demonstrant ein Porträt von Königin Elizabeth II. schwenkte.

Andere trugen das königliche Wappen durch das Tor nach draußen, während Polizeibeamte tatenlos zuschauten. Später meldete die Nachrichtenagentur Fars, die Sicherheitskräfte hätten sich vor der Botschaft Straßenschlachten mit den Demonstranten geliefert. Auf beiden Seiten habe es Verletzte gegeben. Am Abend meldeten die Medien ein Ende der Proteste.

Nach iranischen Medien wurden vorübergehend sechs Briten als Geiseln genommen, bevor die Sicherheitskräfte sie befreiten. Dagegen sagte der britische Außenminister William Hague, die Lage sei zwar zwischenzeitlich unübersichtlich gewesen. Er würde den Begriff „Geisel“ jedoch nicht benutzen. Aus britischen Regierungskreisen verlautete, es habe bei der Erstürmung der Botschaft keine Geiselnahme gegeben.


Möglicherweise auch deutsche Schulen betroffen

Die Regierung in London zeigte sich empört über die Erstürmung. „Wir ziehen die iranische Regierung zur Rechenschaft für ihr Versagen, ausreichende Maßnahmen zum Schutz unserer Botschaft zu ergreifen“, erklärte Hague. Auch die Bundesregierung, die EU und die USA verurteilten die Vorfälle. Das iranische Außenministerium äußerte sein Bedauern. Man sei den internationalen Vereinbarungen zur Immunität und der Sicherheit von Diplomaten verpflichtet, hieß es.

In einer Erklärung des Auswärtigen Amts hieß es: „Durch die Erstürmung des britischen Geländes im Stadtteil Golhak wurde offenbar auch die Deutsche Schule in Teheran im Mitleidenschaft gezogen.“ Auf dem Gelände liegt die britische Schule in Teheran. Laut ihrer Website befindet sich die deutsche Schule in unmittelbarer Nähe.

Der Westen wirft dem Iran vor, nach Atomwaffen zu streben. Die Regierung in Teheran weist dies zurück. Wegen des seit Jahren anhaltenden Streits ist der Iran mit mehreren Sanktionsrunden belegt worden. Am 4. November 1979 hatten iranische Studenten die US-Botschaft in Teheran gestürmt. Sie hielten 52 Mitarbeiter 444 Tage als Geiseln.

Quelle:  Handelsblatt Online
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