Anleger wittern Geschäfte: Am US-Immobilienmarkt wird wieder kräftig spekuliert

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Anleger wittern Geschäfte: Am US-Immobilienmarkt wird wieder kräftig spekuliert

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Die Zeichen im US-Immobilienmarkt stehen wieder auf Expansion.

von Angela Hennersdorf

Die expansive Geldpolitik der US-Notenbank zeigt Wirkung – die Preise am Immobilienmarkt ziehen kräftig an. Baut sich in den USA die nächste Blase auf?

Mehr als ein Jahr hat Stephen Miller nach einer Immobilie in Manhattan gesucht. Nach seinem Architekturstudium wollte der 30-Jährige raus aus seinem WG-Zimmer für 1250 Dollar Miete im Monat. „Bei den niedrigen Zinsen derzeit ist kaufen billiger als mieten“, sagt Miller. Ein Darlehen über 30 Jahre kostet nur 3,4 Prozent – 2009 waren es sechs Prozent. Für knapp 300.000 Dollar fand der Berufsanfänger schließlich seine Wunschimmobilie – eine Ein-Zimmer-Wohnung im West Village. 20 Prozent Anzahlung steuerte der Vater bei. „Jetzt hoffe ich nur, dass ich meinen Job behalte, um die Hypothek zahlen zu können“, sagt Miller.

Der Jungarchitekt ist kein Einzelfall. Gut fünf Jahre nach der US-Immobilienkrise, dem Auslöser der globalen Finanz- und Wirtschaftskrise, stehen die Zeichen am US-Häusermarkt wieder auf Expansion. Verantwortlich dafür ist vor allem die Notenbank Fed. Der Leitzins liegt praktisch bei null, in der Folge sind auch die Hypothekenzinsen gesunken. Zudem kauft die Notenbank jeden Monat Hypothekenkredite für rund 40 Milliarden Dollar auf und pumpt so immer mehr Geld in den Markt.

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Die Geldspritze wirkt: Die Zahl der verkauften Immobilien ist auf dem höchsten Stand seit vier Jahren. Die Preise sind 2012 landesweit im Schnitt um rund sieben Prozent gestiegen, nachdem sie in den Krisenjahren um rund 30 Prozent heruntergekracht waren. Bei Baumarktketten wie Home Depot läuft das Geschäft blendend, Baufirmen stellen Tausende neue Mitarbeiter ein. Auch in diesem Jahr werde der Immobilienmarkt kräftig wachsen und 0,5 Prozent zum Wirtschaftswachstum beitragen, prognostiziert Michael Feroli, Analyst bei der Investmentbank JP Morgan. Die Analysten Hui Shan und Jari Stehn von Goldman Sachs gehen davon aus, dass die Häuserpreise in den nächsten vier Jahren im Schnitt um 17 Prozent zulegen.

Angetrieben wird der Immobilienmarkt allerdings nicht von Familien, die sich den Wunsch nach der eigenen Scholle erfüllen, sondern vor allem von privaten Investoren, die ganze Stadtviertel mit zwangsversteigerten Häusern günstig aufkaufen. Allein von 2009 bis 2011 hat sich der Wert amerikanischer Immobilien um 590 Milliarden Dollar reduziert. Seit 2007 sind fünf Millionen Häuser zwangsversteigert worden, weil die Eigentümer Zins und Tilgung nicht mehr tragen konnten. Zwar ist die Zahl der Zwangsversteigerungen 2012 um drei Prozent gesunken, doch Analysten gehen davon aus, dass noch Tausende Hausbesitzer ihr Heim nicht werden halten können. Entsprechend steigt der Bedarf an Mietobjekten.

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