Anschlagspläne für Paris: Drei Frauen wegen Terrorverdachts festgenommen

Anschlagspläne für Paris: Drei Frauen wegen Terrorverdachts festgenommen

, aktualisiert 09. September 2016, 08:48 Uhr
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Die Polizei hat drei Frauen festgenommen, die einen Anschlag in Paris geplant haben sollen.

Quelle:Handelsblatt Online

Drei radikalisierte Frauen mit Anschlagsplänen werden im Süden von Paris gefasst. Der Innenminister spricht von einem „radikalisierten, fanatischen“ Trio. Die Festnahme steht in Verbindung mit einem Gasflaschen-Fund.

ParisNach dem Gasflaschenfund nahe der berühmten Pariser Kathedrale Notre-Dame hat die Polizei drei verdächtige Frauen festgenommen und damit offenbar einen neuen Anschlag vereitelt. Das „radikalisierte, fanatische“ Trio habe vermutlich Gewaltakte geplant, die unmittelbar bevorgestanden hätten, sagte Innenminister Bernard Cazeneuve. Beim Zugriff habe eine der Verdächtigen die Polizei attackiert. Ein Beamter sowie eine der Frauen seien verletzt worden.

Ein Auto ohne Nummernschilder war am Sonntagmorgen in der Nähe der Kathedrale entdeckt worden. Die Polizei fand fünf volle Gasflaschen im Kofferraum sowie eine leere auf einem der Sitze. Zudem wurden drei Dieselbehälter und Dokumente mit arabischer Schrift in dem Fahrzeug entdeckt. Die Staatsanwaltschaft leitete Terrorermittlungen ein.

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Insgesamt befinden sich nun sieben Verdächtige in dem Fall in Gewahrsam. Die drei Frauen seien bei der Operation am Donnerstagabend in der Gemeinde Boussy-Saint-Antoine im Süden von Paris in einem „wahren Wettlauf gegen die Zeit“ gefasst worden, sagte Cazeneuve vor Reportern. Ein Geheimdienstbeamter sei mit einem Messer attackiert und mit einer Wunde an der Schulter in ein Krankenhaus gebracht. Die verdächtigen Frauen seien 39, 23 und 19 Jahre alt.

Zwei Beamte teilten später mit, bei der 19-Jährigen handele es sich um die Tochter des Besitzers des nahe Notre-Dame zurückgelassenen Autos. Dieser sei zur Polizei gegangen und habe erklärt, dass seine Tochter sich radikalisiert habe und vermisst werde. Der Vater wurde vorübergehend festgenommen und dann wieder freigelassen.

Erst am Mittwoch war in der Region Loiret südlich von Paris ein Paar - ein 27-jähriger Mann und eine 26-jährige Frau - im Rahmen der Ermittlungen zum Gasflaschenfund festgenommen worden, wie die Staatsanwaltschaft von Paris am Donnerstag mitteilte. Ein zweites Paar - ein 34 Jahre alter Mann und eine 29 Jahre alte Frau - war bereits am Dienstag in dem Fall festgenommen worden. Die vier Personen stünden unter dem Verdacht, Verbindungen zum „radikalen Islamismus“ zu haben, teilte das Büro der Staatsanwaltschaft mit.

Bei den beiden Männern soll es sich um Brüder handeln. Sie und die zwei Frauen wurden den Angaben zufolge für ein Verhör nach Paris verlegt. Die beiden Paare hatten zuletzt in der Region Loiret in der Gegend um die Stadt Montargis gewohnt.

In Frankreich gilt nach einer Serie von Terroranschlägen mit islamistischem Hintergrund der Ausnahmezustand. Die Maßnahme erlaubt es den Behörden, Terrorverdächtige für bis zu vier Tage ohne Anklage festzuhalten.

Quelle:  Handelsblatt Online
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