Apec: Trump leitet radikalen Kurswechsel in Asien-Pazifik-Region ein

Apec: Trump leitet radikalen Kurswechsel in Asien-Pazifik-Region ein

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US-Präsident Donald Trump spricht im Kongresszentrum in Da Nang bei dem Gipfeltreffen der Asiatisch-Pazifischen Wirtschaftsgemeinschaft (Apec).

Für Trump ist es der erste Asien-Pazifik-Gipfel. Der US-Präsident macht deutlich, dass er die Verhältnisse radikal ändern will. Davon profitieren könnte China. Präsident Xi bekommt auch deutlich mehr Applaus.

US-Präsident Donald Trump hat einen radikalen Kurswechsel der amerikanischen Politik in Asien und im Pazifikraum eingeleitet. Auf einem Gipfel in Vietnam lehnte Trump am Freitag gemeinsame Handelsbündnisse mit verschiedenen Partnern strikt ab. Den Diebstahl von geistigem Eigentum und andere unfaire Praktiken würden die USA nicht länger hinnehmen. Zugleich empfahl er auch allen anderen Nationen, ihr Heil auf eigene Faust zu suchen.

Trumps Rede auf dem Gipfel der Asiatisch-Pazifischen Wirtschaftsgemeinschaft (Apec) stand in starkem Kontrast zu einem Auftritt von Chinas Präsident Xi Jinping. Xi warb vor den insgesamt 21 Apec-Mitgliedern für ein „globales Netzwerk aus Freihandelszonen“. Von Chinas Wachstum sollten auch andere Länder profitieren. Seine Rede wurde, anders als die von Trump, immer wieder von Applaus unterbrochen.

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Entgegen den Erwartungen gab es bei dem Gipfel in der Küstenstadt Da Nang zunächst kein längeres bilaterales Treffen zwischen Trump und Kremlchef Wladimir Putin. Beim Aufstellen zum Gruppenfoto hätten sich die Staatschefs kurz begrüßt und einander die Hand geschüttelt, meldete die russische Agentur Interfax. Nach dem Fototermin seien beide getrennt zum nachfolgenden Bankett des Gipfels gegangen. Ein ausführliches Gespräch war vorher vom Weißen Haus unter Verweis auf Terminprobleme abgesagt worden. Trump und Putin haben bislang nur beim G20-Gipfel in Hamburg im Juli direkt miteinander gesprochen.

Wen und was Trump schon alles "bad" nannte

  • Vorgänger Barack Obama

    "Böser (oder kranker) Typ!"
    "Bad (or sick) guy!"

    Quelle: dpa

  • Obamas Gesundheitsreform

    "Schlechte Gesundheitsfürsorge"
    "Bad healthcare"

  • Reporter der "New York Times"

    "Wirklich schlimme Leute!"
    "Really bad people!"

  • Arnold Schwarzenegger, Trumps Nachfolger in der TV-Show "The Apprentice"

    "Er wurde wegen seiner schlechten (armseligen) Einschaltquoten gefeuert."
    "He was fired by his bad (pathetic) ratings."

  • Anschlag auf einen Nachtclub mit 49 Toten

    "Wirklich schlimme Schießerei in Orlando"
    "Really bad shooting in Orlando"

  • Mexikanische Drogenbanden

    "Sehr böse MS-13-Bandenmitglieder"
    "Very bad MS 13 gang members"

  • Nordkoreas Raketentests

    "Nordkorea verhält sich sehr böse."
    "North Korea is behaving very badly"

  • Gerichtliche Aussetzung des Einreisestopps für viele Muslime

    "Leute strömen herein. Schlimm!"
    "People pouring in. Bad!"

  • Nachrichten auf Sender NBC

    "Nachrichten auf Sender NBC"
    "@NBCNews is bad"

  • Mikrofon bei einer TV-Debatte

    "Die Tonqualität war sehr schlimm."
    "Audio & sound level was very bad."

  • Ex-Fox-News Moderatorin Megyn Kelly

    "Sehr schlecht in Mathe"
    "very bad at math"

Trumps Rede bedeutet im Kern eine radikale Abkehr der USA von multilateralen Bündnissen. An deren Stelle sollen nun isolierte Verträge zwischen einzelnen Ländern treten. „Ich will mit jedem Land der indo-pazifischen Region, das unser Partner sein will, bilaterale Handelsbeziehungen“, versprach Trump. Grundlage dafür müssten aber Fairness und gegenseitige Achtung sein. Dann könnte der „indo-pafizische Traum“ auch Wirklichkeit werden.

„Wir müssen sicherstellen, dass sich alle an die Regeln halten“, sagte der US-Präsident. „Wer das tut, wird unser engster wirtschaftlicher Partner sein. Wer nicht, der kann sich sicher sein, dass die USA Verletzungen, Betrug und wirtschaftlicher Aggression nicht länger zusehen werden.“ Trump klagte insbesondere über unfairen Wettbewerb und Diebstahl geistigen Eigentums von anderen Staaten in der Region. Auf wen sich seine Vorwürfe beziehen, sagte er nicht.

Chinas Präsident ging in seiner Rede nicht darauf ein. Sein Auftritt war jedoch ein starkes Kontrastprogramm. Xi bezeichnete die Globalisierung als „unumkehrbaren historischen Trend“. Die Gewinne müssten aber „offener, inklusiver und ausgeglichener“ verteilt werden. „Wir sollten den Multilateralismus hochhalten, durch Zusammenarbeit und enge Partnerschaft.“ China sei sich der Verantwortung als weltweit zweitgrößte Wirtschaftsnation bewusst.

Die neue Politik der USA bedeutet einen enormen Vorteil für China, das sich bereits sehr stark in der Region engagiert. Für die meisten Pazifikanrainer waren die USA lange Jahre das große, starke Gegengewicht. Die Volksrepublik arbeitet auch an einem Bündnis, das an die Stelle des fertig ausgehandelten pazifischen Freihandelsabkommens TPP (Trans-Pacific Partnership) treten könnte, aus dem sich die USA unter Trump verabschiedet haben. Offen ist, ob die verbleibenden elf TPP-Partner zusammenbleiben.

Der Apec gehören insgesamt 21 Pazifik-Anrainerstaaten an. Auf sie entfallen etwa 60 Prozent der globalen Wirtschaftsleistung. Dort leben auch knapp 40 Prozent der Weltbevölkerung. Weitere wichtige Themen des Gipfels, der noch bis Samstag dauert, sind der Korea-Konflikt und der Kampf gegen den Terrorismus. Die Gruppe, die aus sehr unterschiedlich entwickelten Staaten besteht, trifft sich einmal pro Jahr an wechselnden Orten zu einem Gipfel.

Nach dem Apec-Gipfel reist Trump am Samstag zu bilateralen Gesprächen mit Vietnams kommunistischer Führung in die Hauptstadt Hanoi. Am Sonntag beginnt dann auf den Philippinen ein Gipfel der Gemeinschaft Südostasiatischer Staaten (Asean), bei dem er als Gast dabei ist.

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