Arabien: Jugend sucht Demokratie

Arabien: Jugend sucht Demokratie

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Zustimmung zu der Aussage: "Ich glaube, die Dinge in meinem Land entwickeln sich richtig." (Zustimmung in Prozent der Befragten; 2009 im Irak keine Befragung)

von Hans Jakob Ginsburg

Eine Studie in zehn arabischen Ländern macht klar, was hinter der Revolutionswelle steckt: Die jungen Araber sehnen sich nach politischer Selbstbestimmung und wirtschaftlicher Freiheit.

Der libysche Bürgerkrieg sorgt seit Wochen für die dramatischsten Bilder der arabischen Revolutionswelle. Nicht aber für die Wichtigsten: Der Endkampf des Diktators Muammar al-Gaddafi beeinflusst das Schicksal des Nahen Ostens nur am Rande. Zentrum der arabischen Welt ist Ägypten, einflussreichste Länder der Region sind das Königreich Saudi-Arabien und seine zum Teil noch ölreicheren Nachbarn. Vom Wandel in diesen Ländern kann es keine Fernsehbilder geben: Er findet in den Köpfen junger Araber statt, die über ihre Computer miteinander kommunizieren, ein zunehmend modernes Bild der Welt empfangen und weiterkommunizieren.

Dementsprechend wächst die Kritik an den Verhältnissen im eigenen Land. Vor zwei Jahren äußerten sich fast alle jungen Menschen in Saudi-Arabien optimistisch über die Zukunft ihres Landes, trotz Wirtschaftskrise und damals relativ niedrigen Öleinnahmen. Ende 2010 und Anfang dieses Jahres war die Zustimmung von 98 auf 62 Prozent gesunken (siehe Grafik). Rechnet man die Angst vor den Abhörspezialisten des saudischen Geheimdienstes ein und die Hemmung, vor Ausländern die Heimat schlechtzureden, war das ein Misstrauensvotum.

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Querschnitt der Meinungen

Schon zum dritten Mal hat das internationale PR-Unternehmen Burson-Marsteller in zehn arabischen Ländern seinen „Arab Youth Survey“ durchgeführt, eine Meinungsumfrage und Analyse nach dem Vorbild der internationalen Shell-Studien. Kurz vor Jahresende 2010 wurden 2000 junge Männer und Frauen von 18 bis 24 Jahren befragt, in fast allen wichtigen arabischen Ländern bis auf die Diktaturen Syrien und Libyen und das vor ein paar Monaten scheinbar uninteressante Tunesien. Als von dort dann die Revolutionswelle ausging, legte Burson-Marsteller nach und befragte noch einmal 500 junge Leute. So ergibt sich jetzt ein Querschnitt der arabischen öffentlichen Meinung in der politisch und ökonomisch ausschlaggebenden Generation junger Erwachsenen. Die sich selber gar nicht so fürchterlich jugendlich empfinden in Ländern wie Ägypten und dem Irak, wo 24-Jährige schon älter sind als der Durchschnitt ihrer Landsleute.

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