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Arbeitsmarkt: Spanien bringt Reformen auf den Weg

Quelle: Handelsblatt Online

Im Kampf gegen die hohe Arbeitslosigkeit hat die spanische Regierung per Dekret nun eine umfassende Reform des Arbeitsmarktes verabschiedet. Vor allem die junge Generation unter 25 soll von den Änderungen profitieren.

Die Reform soll den Unternehmen mehr Flexibilität garantieren. Entlassungen sollen der stellvertretenden Ministerpräsidentin Soraya Saenz de Santamaria zufolge jedoch das letzte Mittel sein. Quelle: AFP
Die Reform soll den Unternehmen mehr Flexibilität garantieren. Entlassungen sollen der stellvertretenden Ministerpräsidentin Soraya Saenz de Santamaria zufolge jedoch das letzte Mittel sein. Quelle: AFP

MadridDie spanische Regierung will den Arbeitsmarkt flexibler gestalten und die dramatisch hohe Arbeitslosigkeit reduzieren. Das Kabinett verabschiedete am Freitag per Dekret die Reform, mit der Unternehmen dazu bewogen werden sollen, junge Leute und Langzeitarbeitslose einzustellen. Außerdem soll die Zahl der befristeten Verträge, die in Spanien üblich sind, zurückgefahren werden.

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Die Unternehmen, die in Schwierigkeiten stecken, können künftig aus den Tarifvereinbarungen mit den Gewerkschaften aussteigen und auch Arbeitszeiten und Löhne flexibler gestalten. Auch die Abfindungen sollen sinken: Statt wie bisher für 45 Tage pro Jahr der Betriebszugehörigkeit wird in den meisten Fällen nur noch für 33 Tage gezahlt.

Außerdem können die Unternehmen ihre Mitarbeiter nicht mehr drei Jahre, sondern nur noch zwei Jahre mit befristeten Verträgen beschäftigen. Fast ein Drittel der spanischen Arbeitnehmer verfügt nur über einen Zeitvertrag. Dadurch können die Unternehmen in Zeiten des wirtschaftlichen Abschwungs die Zahl ihrer Beschäftigten leicht reduzieren.

Kleinere Firmen mit weniger als 50 Mitarbeitern erhalten eine Steuervergünstigung von 3.000 Euro, wenn sie junge Leute unter 30 Jahren einstellen, die ihre erste Arbeit aufnehmen. Die Arbeitslosenquote Spaniens ist die höchste in Europa und beträgt fast 23 Prozent. Bei den jungen Leuten unter 25 erreicht sie sogar 48 Prozent.

Die stellvertretende Ministerpräsidentin Soraya Saenz de Santamaria erklärte am Freitag, Entlassungen sollten für die Unternehmen zum letzten Mittel werden.

Die Verabschiedung der Reform per Dekret bedeutet, dass das Parlament bei der Vorlage nur mit Ja oder Nein stimmen kann. Veränderungen am Text sind nicht möglich. Die Verabschiedung gilt als sicher, weil die regierenden Konservativen der Volkspartei (PP) über eine Mehrheit im Parlament verfügen.

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