Argentinien: Ex-Behördenchef mit Säcken voller Geld festgenommen

Argentinien: Ex-Behördenchef mit Säcken voller Geld festgenommen

, aktualisiert 15. Juni 2016, 01:09 Uhr
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Festgenommen: Argentiniens früherer Sekretär für Öffentliche Beschäftigung, José Lopez (Mitte).

Quelle:Handelsblatt Online

In Argentinien ist ein Ex-Staatssekretär mit Tüten voller Geld gefasst worden. Die Polizei nahm den Mann fest, als er versuchte, nachts sechs große Plastiktüten mit Geld-Bündeln über die Mauer eines Klosters zu werfen.

Buenos AiresIn Argentinien ist ein ehemaliger Behördenchef der abgewählten Regierung Cristina Fernandez de Kirchner festgenommen worden, weil er mit Tüten voller Geld im Wert von etwa sieben Millionen Dollar in einem Kloster verstecken wollte. Ein Nachbar hatte die Polizei alarmiert, weil er einen Mann auf dem Anwesen sah, der dort Tüten ablegte. Die Beamten identifizierten den Mann schließlich als den früheren Sekretär für Öffentliche Beschäftigung, José Lopez.

Er wurde zunächst wegen illegalen Besitzes eines Gewehrs festgenommen. Dann entdeckte die Polizei Bündel von Bargeld sowie Uhren in mehr als 160 Päckchen in den Säcken. Auch in der Küche des Klosters fanden die Beamten Geld, ebenso im Kofferraum eines Autos.

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Der Sicherheitsminister der Provinz Buenos Aires, Cristian Ritondo, sagte, Lopez habe sich bei seiner Festnahme in einem Schockzustand befunden. Er habe erzählt, er habe das Geld den Nonnen im Kloster spenden wollen, sagte Ritondo. „Es gibt Dollar, Yen, Euro und eine Währung aus Katar. Es ist eine Menge Geld.“

Um welche Beträge es genau geht, sagte er aber nicht. Der für die Region zuständige Bürgermeister Dario Kubar sprach aber von sieben Millionen Dollar. Das Kloster liegt rund 55 Kilometer westlich der Hauptstadt Buenos Aires. Nach Angaben der Nonnen war López häufiger zu Besuch in dem Kloster.

„Es hört sich fast an wie ein Film“, sagte Marcos Pena, der Kabinettschef des jetzigen Präsidenten Mauricio Macri. „Wir sind schockiert, weil das kein einfacher Beamter war. Er führte die Öffentliche Beschäftigung, die so in Frage stand, wo wir täglich so viel Korruption gesehen haben“.

López war zwölf Jahre lang unter den Regierungen der Präsidenten Néstor Kirchner (2003-2007) und Cristina Kirchner (2007-2015) die Nummer zwei im Planungsministerium. Er hatte eine Schlüsselposition bei der Vergabe milliardenschwerer Bauaufträge inne. Nach seiner Steuererklärung beträgt das Vermögen von López umgerechnet knapp 120 000 Euro. Fernandez de Kirchner hatte ihre Amtszeit im Dezember beendet. Ihr Nachfolger Macri hat versprochen, die Korruption zu bekämpfen.

Quelle:  Handelsblatt Online
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