Aserbaidschan: Waffenruhe in Bergkarabach

Aserbaidschan: Waffenruhe in Bergkarabach

, aktualisiert 05. April 2016, 15:05 Uhr
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Ein Kämpfer der Region Berg-Karabach.

Quelle:Handelsblatt Online

Nach tagelangen Kämpfen haben Aserbaidschan und Armenien einen Waffenstillstand für die Region Bergkarabach vereinbart. Die Feuerpause gilt seit dem Mittag. In den vergangenen Tagen sind zahlreiche Menschen gestorben.

Baku/EriwanNach vier Tagen heftiger Kämpfe haben Aserbaidschan und Armenien eine Feuerpause im Konflikt um die Kaukasus-Region Bergkarabach erklärt. „Am 5. April um 12.00 Uhr, auf Grundlage eines gemeinsamen Abkommens, sind die Kampfhandlungen zwischen den bewaffneten Kräften Armeniens und Aserbaidschans eingestellt worden“, teilte das aserbaidschanische Verteidigungsministerium am Dienstag mit.

Reuters konnte zunächst nicht aus eigenen Quellen überprüfen, ob die Kämpfe beendet wurden. In Wien rief die von Russland, den USA und Frankreich angeführte Minsker Gruppe zur Rückkehr zum Waffenstillstand auf. Der französische Außenminister Jean-Marc Ayrault erklärte, der Konflikt könne nicht mit Waffengewalt gelöst werden.

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In Ankara warnte Ministerpräsident Ahmet Davutoglu Armenien vor Angriffen auf aserbaidschanische Kräfte: „Die ganze Welt muss wissen, dass die Türkei Schulter an Schulter mit Aserbaidschan gegen Aggressionen und Besetzungen bis zum Ende der Zeiten steht.“ Russland, das mit Armenien eine Verteidigungsbündnis abgeschlossen hat, warnte bereits am Montag die Türkei vor einseitiger Parteinahme. Ayrault betonte mit Blick auf Russland und die Türkei, es liege nicht im Interesse der regionalen Mächte, dass der Kaukasus-Konflikt neu aufflammt. Die Minsker Gruppe versucht, einen dauerhaften Waffenstillstand herbeizuführen. Durch die Region verlaufen wichtige Pipelines der globalen Öl- und Gasmärkte. Vertreter der Minsk-Gruppe haben eine Reise in beide verfeindeten Länder angekündigt.

Bergkarabach warf unmittelbar vor der Feuerpause der aserbaidschanischen Armee noch eine drastische Intensivierung der Angriffe vor. Jeden Tag setzten die Truppen größere Artillerie-Kaliber ein, hieß es in einer Stellungnahme der bewaffneten Kräfte Bergkarabachs, die von Armenien unterstützt werden.

In den vergangenen zwei Tagen wurden 16 aserbaidschanische Soldaten nach Angaben des Verteidigungsministeriums in Baku getötet. Am Dienstag gaben sich Armenien und Aserbaidschan gegenseitig die Schuld an der Eskalation der Kämpfe.

Bergkarabach hatte sich in den 90er Jahren für unabhängig von Aserbaidschan erklärt, wird von Armenien kontrolliert und von beiden Seiten beansprucht. 1994 hatte ein Waffenstillstandsabkommen einen Krieg um Bergkarabach beendet.

Quelle:  Handelsblatt Online
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