Assad-Interview: „Habe keinen Befehl zum Töten gegeben“

Assad-Interview: „Habe keinen Befehl zum Töten gegeben“

, aktualisiert 07. Dezember 2011, 14:33 Uhr
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Assad hat in einem Interview die Gewalt-Vorwürfe zurückgewiesen.

Quelle:Handelsblatt Online

Baschar al-Assad hat in einem Interview Vorwürfe zurückgewiesen, einen Befehl zum gewaltsamen Vorgehen gegen die Demonstranten gegeben zu haben. Er räumte ein, dass die Truppen zu weit gegangen seien.

WashingtonSyriens Präsident Baschar al-Assad hat Vorwürfe zurückgewiesen, er habe das massive Vorgehen seiner Truppen gegen die Protestbewegung angeordnet. „Wir töten unser Volk nicht“, sagte er in einem am Mittwoch veröffentlichten Interview des US-Senders ABC. „Keine Regierung der Welt tötet ihr Volk, außer sie wird von einem Verrückten geführt.“ Assad räumte ein, dass einige Mitglieder seiner Kampftruppen zu weit gegangen seien. Aber sie hätten aus eigenem Antrieb heraus gehandelt. „Jede brutale Reaktion war die eines Einzelnen, nicht einer Institution.“ Es sei ein Unterschied, ob man gezielt eine Politik der Niederschlagung verfolge oder ob „einige Offizielle ein paar Fehler“ machten. „Es gab keinen Befehl zu töten oder brutal zu sein.“

Auf die Frage, ob es ihm leidtue, dass die Gewalt sein Land im Griff habe, sagte Assad, es sei ihm darum gegangen, das Volk zu schützen. „Ich kann mich nicht schuldig fühlen, wenn man sein Bestes gibt.“ Er bedauere, dass Menschen gestorben seien. „Aber man fühlt sich nicht schuldig, wenn man nicht tötet. Es geht also nicht um Schuld.“ Es sei zudem nicht richtig, dass die Getöteten überwiegend Assad-Gegner gewesen seien. „Die meisten Menschen, die getötet wurden, waren Anhänger der Regierung und nicht umgekehrt.“ Laut ABC ist das Gespräche das erste exklusive Einzelinterview Assads seit Ausbruch der Proteste vor einem dreiviertel Jahr. Der Sender veröffentlichte zunächst Auszüge auf seiner Internet-Seite.

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Assad bekräftigte auch, dass er Reformen und Wahlen einführe. Aber dies brauche Zeit. „Wir haben nie gesagt, dass wir eine Demokratie sind.“ Bei den Reformen seien Fortschritte gemacht worden, insbesondere in den vergangenen neun Monaten. „So etwas dauert lange. Es bedarf einiges an Reife, um eine vollwertige Demokratie zu sein.“ Die Sanktionen, die derzeit international erlassen oder auf den Weg gebracht werden, würden indes kaum Wirkung haben, sagte Assad. „Wir leben seit 30, 35 Jahren mit Sanktionen. Das ist nichts Neues.“ Syrien sei nicht isoliert. „Die Leute kommen und gehen, es gibt Handel, es gibt alles.

Quelle:  Handelsblatt Online
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