Asyl offiziell beantragt: Snowden darf vielleicht in drei Monaten nach Russland einreisen

Asyl offiziell beantragt: Snowden darf vielleicht in drei Monaten nach Russland einreisen

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Snowdens russischer Anwalt Anatoly Kucherena (hier am 12. Juli 2013) informierte die Medien über den offiziellen Asylantrag des Whistleblowers.

Edward Snowden hat nach Angaben seines Anwalts nun vorläufiges Asyl beantragt. Es könnte dauern, bis die Behörden in Moskau dem Antrag zustimmen. Zur Bearbeitung des Gesuchs sind bis zu drei Monate vorgesehen.

Der von den USA gejagte Geheimdienstexperte Edward Snowden hat nach Angaben eines russischen Anwalts in Moskau nun offiziell vorläufiges Asyl beantragt. Ein entsprechendes Gesuch habe der 30-Jährige am Dienstag unterzeichnet, sagte der Anwalt Anatoli Kutscherena der Agentur Interfax zufolge in Moskau. Der Computerspezialist Snowden hatte den US-Ausspäh- und Datenskandal enthüllt.

Der US-Amerikaner habe die Antragsformulare in der Transitzone des Moskauer Flughafens Scheremetjewo ausgefüllt und einem Mitarbeiter der Migrationsbehörde übergeben. Die russische Migrationsbehörde hat den Erhalt des Asylantrags bestätigt, wie die Agentur Itar-Tass unter Berufung auf Behördenchef Konstantin Romodanowski am Dienstag meldete. Es ist die erste offizielle Bestätigung, dass der US-Amerikaner tatsächlich den Flüchtlingsstatus beantragt hat.

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Der vorläufige Asylstatus wird nach russischem Recht aus „humanitären Gründen“ gewährt, wie aus einer Veröffentlichung der Behörde hervorgeht.

Für die Bearbeitung der Unterlagen seien bis zu drei Monate vorgesehen. In dieser Zeit darf der Asylsuchende nicht ausgewiesen werden. Snowden könne sich damit weiter im Transitbereich des Airports aufhalten oder in einem Aufnahmelager. Der Anwalt Kutscherena hatte bereits am Freitag mitgeteilt, dass Snowden einen formlosen Asylantrag gestellt habe.

Snowden hat etwa 20 Länder um Asyl gebeten. Ecuador, Bolivien und Nicaragua haben dem 30-Jährigen die Aufnahme angeboten. Unklar ist aber, wie Snowden nach Lateinamerika gelangt.

Vorläufiges Asyl wird laut russischem Gesetz für ein Jahr gewährt und kann um weitere zwölf Monate verlängert werden, hieß es.

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Der IT-Experte sitzt seit mehr als drei Wochen in Moskau fest, nachdem die USA seinen Pass für ungültig erklärt hatten. Kremlchef Wladimir Putin hatte Snowden Asyl angeboten unter der Bedingung, dass der Amerikaner aufhöre, mit seinen Enthüllungen den USA zu schaden. Dazu sei er bereit, hatte der Flüchtige am Freitag vor Menschenrechtlern erklärt.

Snowden hat Informationen über amerikanische und britische Spähprogramme an Medien weitergegeben und wird von den USA wegen Spionage gesucht. Von den Aktionen des US-Dienstes NSA soll auch Deutschland betroffen sein. Sie sind am Dienstag Thema im Parlamentarischen Kontrollgremium des Bundestages, das für die Geheimdienste zuständig ist.

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