Atom-Streit: Clinton pocht auf Antworten vom Iran

Atom-Streit: Clinton pocht auf Antworten vom Iran

, aktualisiert 12. November 2011, 13:17 Uhr
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Hillary Clinton fordert den Iran zu einer Stellungnahme.

Quelle:Handelsblatt Online

US-Außenministerin Hillary Clinton fordert den Iran auf, sich rasch zu den neuen Vorwürfen zum Thema Atombombenforschung zu äußern. Die Iraner beklagen hingegen eine „vergiftete Atmosphäre“, die einen Dialog behindere.

BerlinUS-Außenministerin Hillary Clinton fordert vom Iran eine rasche Stellungnahme zu den Vorwürfen, das Land forsche an einer Atombombe. Der Iran indes beklagt die „vergiftete Atmosphäre“ bei der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) in Wien, die diese Vorwürfe erhebt. Die IAEA hatte am Freitag Satellitenbilder, Briefe und Diagramme präsentiert, die nach Einschätzung der Behörde darauf hinweisen, dass der Iran an der Entwicklung einer Atombombe arbeitet.

Dieser Bericht der Atomwächter über das iranische Atomprogramm verringere aus Sicht Teherans die Aussichten auf einen Dialog. „Unglücklicherweise ist jetzt alles gefährdet und die Atmosphäre vergiftet“, sagte Irans IAEA-Botschafter Ali-Asgar Soltanieh am Freitagabend vor Journalisten.

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US-Außenministerin Clinton erwartet indes, dass sich der Iran in den kommenden Tagen zu den Berichten äußere. Der IAEA-Gouverneursrat tritt am kommenden Donnerstag (17. November) routinemäßig zu einer zweitägigen Sitzung zusammen.

Israel betrachtet das iranische Atomprogramm als existenzielle Bedrohung. Angesichts der Spekulationen um einen möglichen israelischen Luftschlag gegen iranische Atomanlagen wollen die USA und Deutschland mit Sanktionen den diplomatischen Spielraum ausreizen. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) vermied es in einem Interview zuletzt allerdings, einer internationalen Militärintervention gegen den Iran eine klare Absage zu erteilen.


„Iran hat mehr als ein Mal offen angedroht, Israel von der Landkarte tilgen zu wollen“

Der Zentralrat der Juden in Deutschland warf der IAEA zudem Untätigkeit im Verhältnis zum Iran vor. Der Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, Dieter Graumann, stufte die iranischen Atompläne als lebensgefährlich für Israel ein. „Iran hat mehr als ein Mal offen angedroht, Israel von der Landkarte tilgen zu wollen“, sagte Graumann der „Neuen Osnabrücker Zeitung“. Die IAEA habe sich gegenüber dem Iran zu nachlässig verhalten. „Es wurde jahrelang verdrängt, ja sogar zu oft verantwortungslos ignoriert, dass Iran an einer Atombombe bastelt“, sagte Graumann. Auf der Sitzung des IAEA-Gouverneursrats wollen die westlichen Länder eine Resolution gegen den Iran verabschieden.

Russland und China haben sich der Ansicht Teherans angeschlossen, dass der Bericht die Chance auf einen Dialog verringere. Die Regierungen der beiden UN-Vetomächte haben sich auch bereits gegen verschärfte Sanktionen ausgesprochen, wie sie von Ländern wie Frankreich, USA und Deutschland gefordert werden. Am Freitag hatte die IAEA die Botschafter der Mitgliedstaaten auf technischer Ebene über die Inhalte des Iran-Berichts von IAEA-Chef Yukiya Amano informiert.

Die Behörde wirft dem Iran vor, seit 2008 Antworten zu seinem vermuteten Waffenprogramm zu verweigern. In dem Bericht werden Hinweise auf entsprechende Tätigkeiten aus verschiedenen Quellen angeführt. Nach Angaben eines Teilnehmers nannte Soltanieh die in dem Report angeführten Hinweise „konstruiert“. Vor Journalisten sagte Soltanieh, sein Land habe der IAEA Gespräche über die Anschuldigung angeboten, der Iran betreibe Forschung und Entwicklung von Atomwaffen. „Für eine Kooperation und vertrauensvolle Arbeit brauchen wir eine ruhige Atmosphäre, die die Dinge voranbringt“, beklagte er sich. Dies sei durch die Veröffentlichung des Berichts gefährdet.

Quelle:  Handelsblatt Online
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