Atomverhandlungen: Einigung mit Iran innerhalb der Frist unmöglich

Atomverhandlungen: Einigung mit Iran innerhalb der Frist unmöglich

Eine Einigung in den Atomverhandlungen mit dem Iran vor Ablauf der Frist am Montag ist offenbar kaum wahrscheinlich. Vor einem Jahr wurde eine Übergangslösung erzielt.

Die Chancen, dass bis zum 24. November eine Abkommen gelinge, seien "sehr gering", sagte am Samstag eine Person aus dem Kreis der Europäer, die namentlich nicht genannt werden wollte. Eine politische Vereinbarung müsse ausreichend detailliert und präzise sein. Doch in wesentlichen Punkten sei man bislang nicht entscheidend vorangekommen. Womöglich werde am Sonntag oder Montag über eine Fristverlängerung gesprochen.

Irans Wirtschaft in Zahlen

  • 1,6 Milliarden...

    ...Euro zahlte der Iran für deutsche Importe 2013 - Tendenz: Stark fallend

  • 77,1 Millionen...

    ...Einwohner hat das Land. 44 Prozent sind jünger als 25, acht Prozent Analphabeten.

  • 5039...

    ...Dollar betrug das Bruttoinlandsprodukt pro Kopf 2013, ein Rückgang um 30 Prozent in einem Jahr.

  • 66...

    Prozent des Exports 2012 war Öl – wichtigste Abnehmer: China, Indien, Türkei, Südkorea.

  • 16...

    ...Prozent Rückgang bei der Ölproduktion 2012 – aber immer noch 4,2 Prozent der Weltproduktion.

  • 9,4...

    ...Prozent der weltweiten Ölreserven liegen im Iran – und 18 Prozent der Erdgasreserven.

US-Außenminister John Kerry hatte zuvor gesagt, es seien noch wichtige Fragen offen. "Wir arbeiten hart." Es gebe aber noch große Hürden, die überwunden werden müssten. Ähnlich äußerte sich Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier vor den Beratungen in Wien. Die Verhandlungsatmosphäre sei durchaus konstruktiv, sagte der SPD-Politiker. "Nur, das darf nicht darüber hinwegtäuschen, dass wir in vielen Fragen eben noch weit auseinander sind." Der Iran müsse erkennen, dass "wir sicher sein müssen, dass es keinen Weg und keinen Rückweg zu einer atomaren Bewaffnung des Irans gibt." Ob es bei den aktuellen Verhandlungen zu einem Ergebnis komme, sei noch völlig offen.

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Die USA und die anderen vier UN-Vetomächte Russland, China, Großbritannien und Frankreich sowie Deutschland verhandeln mit dem Iran in dem seit zwölf Jahren schwelenden Konflikt um das iranische Atomprogramm. Der Westen wirft dem Land vor, unter dem Deckmantel der Energiegewinnung nach Atomwaffen zu streben. Die Regierung in Teheran weist dies zurück. Die Sechser-Gruppe will erreichen, dass der Iran alles unterlässt, was zum Bau von Atomwaffen führen könnte. Vor einem Jahr hatten die Verhandlungspartner in Genf eine Übergangslösung erzielt, wonach der Iran Teile seines Atomprogrammes aufgeben und tägliche Kontrollen ermöglichen soll. Im Gegenzug versprach der Westen die Lockerung von Wirtschaftssanktionen. Ein dauerhaftes Abkommen sollte bis zum 20. Juli stehen. Das gelang jedoch nicht, weshalb die Frist auf den 24. November verlängert wurde.

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