
Louisville im Bundesstaat Kentucky, 740 000 Einwohner. Kräne hieven Stahl, Arbeiter gießen Beton. Mit aufkrempelten Hemdsärmeln und rotem Helm steht John Reinhart vor seiner Baustelle. Mitten im Stadtzentrum entsteht hier ein riesiges Entwicklungs-, Verkaufs- und Beratungszentrum rings um das Altern und die Pflege alter Menschen. Reinhart hat sich das mit ausgedacht. Innovationen für Senioren sollen von Louisville aus ins Land und in die ganze Welt getragen werden.
Nach Technologieboom eingerostet
Der 46-jährige Unternehmer wittert einen Milliardenmarkt. "Bisher geht es in der Altenversorgung nur um die Erfüllung von Mindeststandards wie Essen, Trinken und medizinische Betreuung", sagt er. "Doch die Babyboomer, die jetzt millionenfach in den Ruhestand gehen, sind daran gewöhnt, Annehmlichkeiten und Wahlmöglichkeiten zu haben". Aus Louisville, sagt Reinhart, könnten sie diese bald bekommen, von sturzfreundlich-weichem Fußbodenbelag über Designer-Gehstöcke bis hin zu einem Bewegungstrainer mit Harley-Davidson-Fahrgefühl.
Quelle: dpa/dpawebDer Schuldenberg der USA wächst und wächst. Inzwischen ist die 15-Billionen-Dollar-Marke locker geknackt. Mit rund einem Drittel der Summe steht Washington im Ausland in der Schuld. Staaten und Investoren aus aller Welt halten US-Staatsanleihen im Wert von mehr als fünf Billionen US-Dollar.
Dem südlichen Nachbar der USA, Mexiko, schuldete die größte Volkswirtschaft der Welt im Januar 2012 nach Angaben des US-Finanzministeriums 29,1 Milliarden US-Dollar. Innerhalb von zwölf Monaten haben die Mexikaner ihren Besitz an US-Schuldscheinen aber abgebaut: Vor einem Jahr hatte Mexiko noch US-Anleihen im Wert von 34,5 Milliarden US-Dollar im Portfolio.
Quelle: dpaDie Bundesrepublik Deutschland ist der viertgrößte Gläubiger der USA in Europa. Weltweit liegt Berlin auf Rang 15. Ende Januar 2012 hielt der Bund US-Staatsanleihen im Wert von 61,8 Milliarden US-Dollar. Damit bewegt sich die Bereitschaft Deutschlands, den USA Kredite zu gewähren, auf stabilem Niveau. Vor einem Jahr hatte Deutschland US-Papiere im Wert von 61 Milliarden US-Dollar im Besitz.
Quelle: dpaDer engste Verbündete der USA in Europa, Großbritannien, hat in den vergangenen Monaten seinen Bestand an US-Staatsanleihen massiv abgebaut. Noch im Juni 2011 hatte London US-Papiere im Wert von 347 Milliarden US-Dollar in Besitz. Ende Januar 2012 schuldeten die USA dem Königreich nur noch 142,3 Milliarden US-Dollar.
Quelle: dpaRussland, der ehemalige Erzfeind der USA, hat einen Großteil seines Geldes in die Vereinigten Staaten investiert. Ende Mai 2011 hielt Russland US-Staatsanleihen im Wert von 115,2 Milliarden Dollar. In den vergangenen Monaten stieg die Schuldsumme an, inzwischen besitzt Moskau US-Schuldpapiere im Gegenwert von 142,5 Milliarden US-Dollar.
Quelle: REUTERSDie Schweiz ist einer der größten Gläubiger der Welt. Mit 145,4 Milliarden US-Dollar ist die Schweiz aktuell in den USA engagiert. Kein ein europäisches Land hält mehr US-Staatsanleihen als die Eidgenossen. Auch in Deutschland ist die Schweiz in hohem Maße involviert. Die Schweizerische Nationalbank hält nach Medienberichten deutsche Staatsanleihen im Wert von rund 65 Milliarden Euro.
Quelle: dapdDie Bahamas, die Bermudas und Panama halten US-Staatsanleihen – ebenso die Cayman Islands. Zusammen haben die Anteile der Karibik-Staaten einen Wert von 227,8 Milliarden US-Dollar. Der Wert stieg innerhalb eines Jahres um gut 70 Milliarden US-Dollar.
George Town, die Hauptstadt der Cayman Islands, ist einer der größten Finanzplätze der Welt. Viele der international tätigen Banken haben dort ihre Filialen, auch die großen deutschen Häuser. Zudem sind – dank günstiger Rahmenbedingungen – knapp 40 Prozent aller Hedgefonds auf der Insel im Karibischen Meer angesiedelt.
Quelle: dapdBrasilien entwickelt sich immer mehr zu einer Wirtschaftsmacht. Das Bruttoinlandsprodukt wuchs 2010 um 5,5 Prozent. Die heimische Währung hingegen macht Probleme: Der Real verteuerte sich zunehmend gegenüber dem US-Dollar. Zwischen Ende 2008 und Oktober 2010 wurde der Real um 38 Prozent aufgewertet. Die Zentralbank erhöhte daraufhin ihre Dollarbestände um ein Viertel auf über 270 Milliarden Dollar.
Das Land besitzt derzeit US-Staatsanleihen im Wert von 229,1 Milliarden US-Dollar, Rang 4.
Quelle: REUTERSSaudi-Arabien, Katar und Kuwait, aber auch der Iran, der Irak und Venezuela: Die größten Erdöl-Förderer der Welt besitzen US-Staatsanleihen im Wert von 258,8 Milliarden US-Dollar. Eine detaillierte Auflistung der einzelnen Staaten stellt das Finanzministerium nicht bereit. Gut möglich, dass man den US-kritischen Präsidenten Venezuelas Hugo Chavez nicht aufwerten will.
Quelle: REUTERSJapan schiebt wie die USA einen gewaltigen Schuldenberg vor sich her. Der Pazifikstaat ist mit über 220 Prozent des BIP verschuldet, es ist bei Weitem die höchste Schuldenquote aller Industrieländer. Zum Vergleich: Selbst die Quote des hoch verschuldeten Griechenland lag vor dem Schuldenschnitt bei „nur“ rund 160 Prozent. Japans Wirtschaft stagniert seit Jahren, durch das Atom-Unglück von Fukushima hat sich die Lage weiter verschärft. Japan ist der zweitgrößte Gläubiger der USA. Das Land hält Staatsanleihen mit einem Wert von über eine Billion US-Dollar. Ende Januar 2012 besaß das Land US-Staatsanleihen im Wert von 1079 Milliarden US-Dollar.
Quelle: dapdDer mit Abstand größte ausländische Gläubiger der USA ist China. Aktuell hält das Riesenreich US-Staatsanleihen im Wert von 1,15 Billionen US-Dollar. Das Investment der Chinesen ist für beide Länder reizvoll: Amerika braucht das Geld aus Fernost, um geschäftsfähig zu bleiben. China hingegen muss Dollar-Papiere in großem Volumen kaufen, um den Wechselkurs seines Yuan niedrig zu halten.
Der Schuldenberg der USA wächst und wächst. Inzwischen ist die 15-Billionen-Dollar-Marke locker geknackt. Mit rund einem Drittel der Summe steht Washington im Ausland in der Schuld. Staaten und Investoren aus aller Welt halten US-Staatsanleihen im Wert von mehr als fünf Billionen US-Dollar.
Dem südlichen Nachbar der USA, Mexiko, schuldete die größte Volkswirtschaft der Welt im Januar 2012 nach Angaben des US-Finanzministeriums 29,1 Milliarden US-Dollar. Innerhalb von zwölf Monaten haben die Mexikaner ihren Besitz an US-Schuldscheinen aber abgebaut: Vor einem Jahr hatte Mexiko noch US-Anleihen im Wert von 34,5 Milliarden US-Dollar im Portfolio.
Ein einsamer Spinner ist Reinhart nicht. Stadtverwaltung und Universität haben ebenfalls den kühnen Plan gefasst, Louisville in den kommenden Jahren zu dem Weltzentrum für Produkte rund ums Altern zu machen. Mit der Idee liegt die Provinzmetropole, die lange nur mit Bourbon und dem Kentucky Derby punkten konnten, zur Abwechslung mal so richtig im Trend. Neue Innovationszentren fernab vom Silicon Valley, von Chicago oder von New York gelten als große Hoffnung Amerikas. Früher überwanden die USA schwere Krisen, weil kreative und unternehmerische Köpfe – nicht selten Einwanderer - überraschend ein paar völlig neue Produkte oder Geschäftsmodelle erfanden und damit die Wirtschaft des ganzen Landes nach vorn katapultierten. Doch seit dem Technologieboom, der in den späten neunziger Jahren an der Westküste begann, ist wenig Neues nachgekommen.
Schuldenspirale abwärts
Besonders misslich ist das für die amerikanische Mittelschicht. Sie war lange das Fundament für Wachstum und Wohlstand, aber mit dem Abschied der Massenfertigung nach Asien sind ihre Chancen geschwunden, den amerikanischen Traum zu leben. In den siebziger und achtziger Jahren, als die traditionelle Industrie noch blühte, finanzierte schon ein einfacher Fabrikjob ein eigenes Haus, eine gute Ausbildung für die Kinder und eine sichere Existenz im Alter. Aber so funktioniert das nicht mehr. Zuletzt hatten sich viele Amerikaner sogar überschuldet, um ihren Status zu halten, aber seit der Schulden- und Finanzkrise ist auch dieser Weg versperrt.












