Aus der weiten Welt: Bewegung in Nordkorea

kolumneAus der weiten Welt: Bewegung in Nordkorea

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Endlose Inszenierung. Mittlerweile gelingt es der in Nordkorea regierenden KP immer schlechter, das Land vom Ausland abzuschirmen

Kolumne von Klaus Methfessel

Immer wieder macht Nordkorea durch bizarre Nachrichten auf sich aufmerksam. Kürzlich drohte es, südkoreanische Zeitungen zu bombardieren. Ansonsten wissen wir wenig von dem abgeschlossenen Land. Am besten informiert sind noch Vertreter deutscher politischer Stiftungen, die Spannendes erzählen können.

In dem Gedränge fielen die beiden Asiaten nicht sonderlich auf, die auf der Carbon Expo in Köln vor drei Wochen das Messegelände durchstreiften. Viele ausländische Besucher waren zu der Messe gekommen, auf der sich 250 Aussteller mit Projekten zum globalen Emissionshandel präsentierten.

Etliche kamen auch aus Asien, Afrika und Lateinamerika, denn in der EU können Unternehmen fehlende CO2-Emissionsberechtigungen durch Emissionsreduzierungen in Projekten von Entwicklungsländern ausgleichen, indem sie CO2-Zertifikate kaufen. Allerdings müssen sich die Anbieter solcher Projekte beeilen. Das aktuelle Programm läuft zum Jahresende aus, bis dahin müssen die Projekte beim Weltklimarat registriert und anerkannt sein.

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Mit CO2-Zertifikaten will sich Nordkorea Devisen beschaffen

Gewöhnliche Messebesucher waren die beiden Asiaten aber nicht. Sie kamen aus dem kommunistischen Nordkorea und sie wollen sich beeilen. Sie planen, CO2-Zertifikate gegen Devisen zu verkaufen, die sie durch den Bau von neuen Wasserkraftwerken erwerben wollen.

Die Nordkoreaner hoffen, dass sie bis zum Jahresende noch bis zu acht Projekte beim Weltklimarat registrieren können – um die Projekte zu finanzieren und an Devisen zu kommen. Bei den weiteren Projekten handelt es sich um ein Klärwerk, die Verbrennung von Methangas bei Kohlekraftwerken, Biogasanlagen und die Ausstattung von einer Million Haushalten einer Provinz mit Osram-Sparlampen.

Hilfestellung erhalten die Nordkoreaner von einem ungewöhnlichen Partner: der Hanns Seidel Stiftung der CSU, die eigentlich nicht für Techtelmechtel mit kommunistischen Regimes bekannt ist, die zudem noch wegen ihrer atomaren Aufrüstung auf der Sanktionsliste der Vereinten Nationen stehen. Die Stiftung beschränkt sich denn auch darauf, die Nordkoreaner bei der Registrierung der Projekte bei der Klimarahmenkonvention der Vereinten Nationen zu beraten.

Ausnahmen von der Sanktionsliste der Vereinten Nationen

Was bewegt die Bayern dazu? Bernhard Seliger, Repräsentant der Hanns Seidel Stiftung in Seoul, der die beiden Nordkoreaner auf ihrem Kundschafter-Trip nach und in Deutschland begleitete, begründet das so: Zwar sei Nordkorea von deutscher Entwicklungshilfe ausgeschlossen. Doch hätten die Vereinten Nationen solche Projekte von den Sanktionen ausgenommen, weil sie gut für das Weltklima und zugleich auch im Interesse der Menschen in Nordkorea seien.

Energie- und damit CO2-Einsparungen sind in Nordkorea auch ökologisch dringend geboten. Denn als die Russen vor 20 Jahren von einem Tag auf den anderen ihre billigen Energielieferungen einstellten, holzten die Nordkoreaner in ihrer Not die Wälder ab, um an Brennholz zu kommen. Die Folge ist eine gewaltige Bodenerosion, die nun regelmäßig zu Überschwemmungen und Hungersnöten führt.

Um solche Energiesparprojekte beim Weltklimarat registrieren zu können, ist Nordkorea 2005 sogar dem Kyoto-Protokoll beigetreten. Das hat zur Konsequenz, dass sich das Land mit seinen Projekten dem Monitoring und Auditing der Vereinten Nationen unterwerfen und damit Informationen offenlegen muss, die es bislang geheim hielt und eigentlich auch weiter geheim halten will.

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